Samstag, 17. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Prevymis
Prevymis
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
25. April 2018

In der Alten- und Krankenpflege fehlen Fachkräfte

In der Alten- und Krankenpflege sind deutschlandweit mehr als 25.000 Fachkraft-Stellen nicht besetzt. Zudem fehlen rund 10.000 Hilfskräfte, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach waren 2017 im Schnitt 14.785 offene Stellen für Spezialisten in der Pflege alter Menschen gemeldet, in der Krankenpflege waren es 10.814. "Wir stehen in der Pflege vor einer echten Fachkräftekrise», sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der dpa.
Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
"Die kleinteiligen Maßnahmen der großen Koalition in den letzten Jahren bleiben wirkungslos, der Arbeitsmarkt für Pflegekräfte ist wie leer gefegt." Die von Union und SPD versprochenen 8.000 zusätzlichen Stellen im Pflegebereich seien nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. "Wir fordern ein umfassendes Pflege-Sofortprogramm mit je 25.000 zusätzlichen Pflegefachkraftstellen für die Alten- und Krankenpflege, um die vakanten Pflegestellen schnellstmöglich zu besetzen und die Personalsituation insgesamt zu entlasten", sagte Göring-Eckardt.

Wie die Antwort des Bundesgesundheitsministerium zeigt, ist der Pflege-Fachkräftemangel in den Bundesländern unterschiedlich groß. Demnach kommen in Berlin auf 100 offene Stellen in der Altenpflege 43 arbeitslose Fachkräfte, in Nordrhein-Westfalen 34, in Bayern und Thüringen dagegen nur 14 und in Rheinland-Pfalz und Sachsen nur 13. Im Bundesschnitt sind es 21. In der Krankenpflege kommen auf 100 offene Stellen in Berlin 81 arbeitslose Spezialisten, in Mecklenburg-Vorpommern 74, in Baden-Württemberg dagegen nur 29. Im Bundesschnitt sind es in diesem Bereich 41.

Im Mai veranstalten die Grünen eine "Pflegewoche", in der Abgeordnete der Bundestagsfraktion sich in ihren Wahlkreisen in Heimen und Krankenhäusern über die Lage informieren.

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag unter anderem ein "Sofortprogramm Pflege" mit 8.000 neuen Fachkraftstellen und besserer Bezahlung versprochen. Zudem ist eine "Konzertierte Aktion Pflege" für einen besseren Personalschlüssel und eine Ausbildungsoffensive für Pflegerinnen und Pfleger angekündigt. Weitere Ziele sind der Abbau finanzieller Hürden bei der Pflegeausbildung und die Stärkung der ambulanten Alten- und Krankenpflege im ländlichen Raum.

Experten hatten das Ziel von 8.000 neuen Fachkräften als unzureichend kritisiert. Nach Einschätzung der Diakonie Deutschland gibt es einen akuten Bedarf von 60.000 neuen Stellen in der Altenpflege.

Der "Berliner Zeitung" liegen die Zahlen des Gesundheitsministeriums ebenfalls vor. Ihr sagte die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kordula Schulz-Asche, anstatt endlich ein umfassendes Programm vorzulegen, klammere sich die Bundesregierung an die 8.000 zusätzlichen Stellen aus dem Koalitionsvertrag. "Angesichts des Pflegenotstandes ist das ein schlechter Witz."

Quelle: dpa


Anzeige:
Blenrep
Blenrep
Das könnte Sie auch interessieren
Vom Telemedizin-Netzwerk bis zur Ersthelfer-App: Medizintrends mit Zukunft

Die Deutschen werden immer älter. Chronische Leiden wie Demenz oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen künftig das Gesundheitssystem auf die Probe. Medizinforscher und Gesundheitsexperten aller Branchen arbeiten längst unter Hochdruck an neuen Lösungen für die Gesundheitsversorgung von morgen. In die Karten spielen ihnen dabei die Digitalisierung und der Trend zur Vernetzung im Gesundheitswesen. Das zeigt auch der Wettbewerb...

Klinische Studien in der Krebstherapie – Informationen für Patienten
Klinische+Studien+in+der+Krebstherapie+%E2%80%93+Informationen+f%C3%BCr+Patienten
© Alexander Raths / Fotolia.com

Für Krebspatienten ist die Teilnahme an einer Studie mit der Chance verbunden, frühzeitig Zugang zu innovativen Behandlungsmethoden zu bekommen, die im klinischen Alltag nicht erhältlich sind. Neue Wirkstoffe bieten viele Chancen, können aber auch unbekannte Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen. Das ONKO-Internetportal erläutert, welche Arten von Studien es in der Krebstherapie gibt und was Patienten, die sich...

Gesundheitsversorgung auf dem Land – weite Wege, lange Wartezeiten
Gesundheitsversorgung+auf+dem+Land+%E2%80%93+weite+Wege%2C+lange+Wartezeiten
Krebsinformationsdienst, DKFZ

Eine repräsentative Umfrage* vom Dezember 2017 hat gezeigt: Die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen weist aus Sicht vieler Befragter Defizite auf. Bemängelt wurden lange Wartezeiten auf Arzttermine, weite Wege und weniger Informationsmöglichkeiten. Auch für Krebspatienten und ihre Angehörigen kann diese Situation belastend sein. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ersetzt...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"In der Alten- und Krankenpflege fehlen Fachkräfte"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.