Samstag, 31. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Canakinumab
Canakinumab
 
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
06. November 2019

Hochschulen setzen auf Zukunftsthemen wie Nachhaltige Entwicklung und Digitalisierung

Hochschulen wollen in ihrer Forschung verstärkt auf die Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung setzen. Bereits heute sind sie in diesen Bereichen besonders häufig in Innovationsverbünden mit externen Partnern aktiv. Jede dritte Neubesetzung von Professuren soll zu Themen der Digitalisierung forschen und lehren. Der Agentur für Sprunginnovationen stehen sie noch skeptisch gegenüber. Das sind Ergebnisse des aktuellen Hochschul-Barometers, herausgegeben vom Stifterverband und der Heinz Nixdorf Stiftung.
Mit Forschung, Lehre und Transfer sind Hochschulen eine wichtige Säule des Innovationssystems. Ihre Rolle als Innovationsfaktor wollen sie weiter stärken. Für die Hochschulentwicklung orientieren sie sich dabei nach eigener Aussage stärker an zentralen gesellschaftlichen Trends und an den Innovationspotenzialen der Wirtschaft und weniger an wissenschaftlichen Entwicklungen. Eine zunehmende Relevanz haben dabei die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Viele der befragten Hochschulen streben an, ihre Forschungsschwerpunkte dahingehend neu auszurichten. Rund jede zweite staatliche Hochschule will in Zukunft auf neue Forschungsschwerpunkte setzen, die sich der Digitalisierung widmen. Zu Fragen der Nachhaltigkeit soll dies an jeder fünften Hochschule geschehen. Bei beiden Themenfeldern planen insbesondere die Fachhochschulen neue Forschungsprioritäten.

Die neuen Forschungsschwerpunkte zeigen sich auch bei den Stellenbesetzungen. Allein im Jahr 2018 beschäftigen sich rund 31% der neu eingestellten Professoren mit Themen der Digitalisierung. Das sind bei durchschnittlich 2.500 Neuberufungen pro Jahr hochgerechnet 750 neue Professuren mit digitalem Schwerpunkt in allen Disziplinen, wie beispielsweise Digital Humanities, Digitalwirtschaft oder Big Data Analysis. Naturgemäß ist der Anteil an technischen Hochschule höher (37%) als an anderen Hochschulen (27%).

Drei Viertel der Hochschulen agieren in Innovationsverbünden

Um Innovationen voranzutreiben, arbeiten Hochschulen immer mehr mit Unternehmen und Akteuren aus Politik und Gesellschaft zusammen. 71% der Hochschulen beteiligen sich bereits an Innovationsverbünden mit nicht-akademischen Partnern. Knapp 47% der Hochschulen sind an Innovationsverbünden zum Thema Nachhaltiges Wirtschaften und Energie beteiligt, 43,8% an Verbünden zum Thema Digitale Wirtschaft und Gesellschaft. Bei 37,5% geht es um intelligente Mobilität, gefolgt von Gesundes Leben, Innovative Arbeitswelt und Zivile, IT-/Cyber-Sicherheit.

Die Ausrichtung der Hochschulen wird sich weiter verstärken. Rund zwei Drittel der Hochschulen planen, ihre Forschung und Lehre stärker an strategischen Innovationsfeldern auszurichten, beispielsweise an der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Mehr als 80% der Hochschulleitungen will enger mit Partnern jenseits der Wissenschaft kooperieren. Die meisten unter ihnen wollen die Hochschule zum regionalen Innovationshub entwickeln, um künftig als Mittler zwischen den unterschiedlichen Innovationsakteuren zu agieren.

Agentur für Sprunginnovationen für jede zweite Hochschule unbekannt

Die geplante Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen soll dazu beitragen, Ergebnisse aus der Wissenschaft für radikale Innovationen nutzbar zu machen. Überraschend in diesem Zusammenhang ist: Mehr als jede zweite Hochschulleitung (52,2%) gab zum Befragungszeitpunkt (Dezember 2018) an, die geplante Agentur nicht zu kennen. Jene, die sie kennen, stehen dem künftigen Fördererinstrument der Bundesregierung eher skeptisch gegenüber. Nur ein Fünftel von ihnen erwartet von der Agentur mehr Innovationen für Deutschland.

Allgemeine Stimmungslage: Größere Hochschulen sind zufriedener

Insgesamt ist die Stimmung unter den Rektoren und Präsidenten verhalten positiv. Private Hochschulen sind dabei im Durchschnitt zufriedener als staatliche Einrichtungen. Doch dieser Vorsprung hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Die Schlussgruppe bilden spezialisierte Hochschulen sowie kleine staatliche Fachhochschulen und Universitäten mit weniger als 10.000 Studierenden. Beim Thema Kooperation und Wettbewerbsfähigkeit fühlen sich die Hochschulen gut aufgestellt. Vor allem ihre Wettbewerbsfähigkeit in Forschung und Lehre schätzen die Hochschulleitungen auch in den nächsten fünf Jahren als sehr gut ein. Bei den allgemeinen Rahmenbedingungen, wie Autonomie, Ausstattung, Finanzierung und Personal, sieht es allerdings anders aus. Vor allem die Personalsituation bereitet den Hochschulleitungen große Sorgen.

Weitere Einzelheiten und Ergebnisse des aktuellen Hochschul-Barometers finden Sie unter: http://www.hochschul-barometer.de

Das Hochschul-Barometer ist ein Stimmungsbarometer deutscher Hochschulleitungen. In einer jährlichen, repräsentativen Umfrage wollen der Stifterverband und die Heinz Nixdorf Stiftung von allen Rektoren und Präsidenten der Hochschulen in Deutschland wissen, wie sie ihre momentane Situation und ihre Perspektiven einschätzen. Schwerpunktthemen im aktuellen Hochschul-Barometer sind neben Hochschulentwicklung und Innovation und Digitalisierung auch Transfer und Kooperation. Die Befragung für das nächste Hochschul-Barometer beginnt im November.

Quelle: Stifterverband


Anzeige:
Zavicefta
Zavicefta
 
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Hochschulen setzen auf Zukunftsthemen wie Nachhaltige Entwicklung und Digitalisierung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose