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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
23. Juni 2014

Hebammen fordern per Petition mehr Unterstützung

Geringe Bezahlung, hohe Versicherungsprämien: Die freiberuflichen Hebammen in Deutschland sind unzufrieden mit ihrer Lage. Jetzt beschäftigt das Thema erneut den Bundestag.

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Der Petitionsausschuss des Bundestages befasst sich am Vormittag (11.00 Uhr) in einer öffentlichen Sitzung mit der Lage der Hebammen in Deutschland. Die Geburtshelferinnen beklagen in einer Petition zu geringe Bezahlung und steigende Haftpflichtprämien.

Der Hintergrund: Erleiden Baby oder Mutter durch den Fehler der Hebamme Schäden, sind etwa für Therapie und Schadenersatz inzwischen oft Millionensummen fällig. Deswegen sind die Versicherungsprämien explodiert. Betroffen sind vor allem die gut 3000 freiberuflichen Hebammen, die Geburtshilfe leisten.

Verbände beklagen, dass schon jetzt Mütter, die ihre Kinder zu Hause zur Welt bringen wollen, oft keine Hebamme mehr in der Nähe finden. Die Petition, die mehr Unterstützung für Hebammen vom Gesundheitsminister fordert, haben mehr als 52.000 Menschen unterzeichnet.

Hauptärgernis sind die hohen Haftpflichtprämien - sie steigen laut Deutschem Hebammenverband von Juli an um etwa 20% auf 5091 Euro. "Immer mehr Kolleginnen ziehen sich aus diesem eigentlich originären Tätigkeitsbereich der Hebamme zurück, weil es sich nicht mehr lohnt", sagt Nina Martin vom Verband.

Der Bundestag hatte Anfang Juni befristete Zuschläge als Ausgleich für hohe Versicherungskosten beschlossen. Ab dem 1. Juli 2015 soll es zudem einen sogenannten Sicherstellungszuschlag für die Hebammen geben. Das sei nur eine kurzfristige Hilfe, kritisierte Beate Müller-Gemmeke, Sozialpolitikerin der Grünen im Bundestag. "Man braucht eine grundsätzliche Lösung, damit Haftpflichtprämien nicht weiter steigen."

Die Haftpflicht-Problematik für Hebammen sei unter der schwarz-gelben Vorgängerregierung «viel zu lange ignoriert» worden, sagte Müller-Gemmeke dem Berliner "Tagesspiegel" (Montag). Um die Prämien bezahlbar und ihre Versicherer bei der Stange zu halten, sei zunächst ein entweder aus Steuern oder aus Krankenversicherungs-Beiträgen finanzierter Fonds nötig, der das Haftungsrisiko oberhalb einer bestimmten Summe übernehme. Langfristig sei die Berufshaftpflicht dann für alle Gesundheitsberufe neu und nach den Prinzipien der Unfallversicherung zu gestalten.


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