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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
03. Dezember 2012

Hartmannbund: „Zielvorgaben dürfen sich nur an medizinischer Qualität orientieren“

Im Zusammenhang mit der Etablierung einer Kontaktstelle gegen mengenorientierte Zielvereinbarungen in Arztverträgen bei der Bundesärztekammer (BÄK) hat der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, die passive Rolle der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) kritisiert. „Es stünde der DKG gut zu Gesicht, bei der Verhinderung inhaltlicher, ethischer und berufsrechtlich kritischer Zielvorgaben in Arztverträgen eine Vorreiterrolle zu übernehmen, statt das Problem mit lapidaren Empfehlungen zu bagatellisieren", sagte Reinhardt.

Mit ihrem Hinweis, Arbeitsverträge seien nicht Gegenstände von Gesundheitspolitik, mache es sich der Interessenverband der Krankenhäuser zu einfach. Es seien nicht zuletzt die von der DKG formulierten Musterverträge, die Chefärzte und zunehmend auch Oberärzte derart unter ökonomischen Druck setzten, dass diese  immer häufiger gezwungen seien, ihr ärztliches Handeln gewinnorientierten Zielvorgaben unterzuordnen. Dies führe über kurz oder lang – auch jenseits von alarmierenden Vorkommnissen wie im jüngsten Falle bei der Transplantationsmedizin – zu einem latenten Vertrauensverlust zwischen dem zu behandelnden Patienten und seinem Arzt.
 
Reinhardt: "Da, wo es um die Gesundheit und das Leben von Menschen geht, dürfen sich Zielvereinbarungen ausschließlich an der Qualität der medizinischen Versorgung orientieren. Stückzahlmentalität ist an dieser Stelle fehl am Platz." So gesehen sei die bei der BÄK gemeinsam mit den leitenden Krankenhausärzten eingerichtete Kontaktstelle ein wichtiger erster Schritt. Sie könne maßgeblich dazu beitragen, Ärztinnen und Ärzten wieder mehr Rechtssicherheit zu verschaffen. Vernünftig gesetzte Rahmenbedingungen könnten die Grenzen sinnvollen Wettbewerbes aufzeigen und beim Patienten das Vertrauen in das ausschließlich auf seine Gesundheit ausgerichtete Handeln stärken. „Die DKG verpasst eine Chance, wenn sie sich dieser Thematik nicht offener und vor allem offensiver stellt“, sagte Reinhardt abschließend.

Quelle: Hartmannbund


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