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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
30. September 2016

Grüne: Bessere Versorgung für psychisch Kranke

Einen Termin beim Psychotherapeuten zu bekommen ist schwierig in Deutschland. Auf dem Land ist das so gut wie gar nicht möglich. Die Grünen verlangen eine Gesamtstrategie. Die Grünen haben eine bessere Versorgung psychisch Kranker in Deutschland gefordert. Die Bundesregierung müsse endlich ein umfassendes Programm für eine individuelle und gemeindenahe Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen auflegen, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Maria Klein-Schmeink, der Deutschen Presse-Agentur anlässlich des Depressionstages am Samstag (1. Oktober).

"Insbesondere im ambulanten Bereich finden Menschen heute nicht die Hilfe, die sie brauchen, und landen schließlich als Notfall im Krankenhaus", so Klein-Schmeink. Denn häufig fänden diese Menschen keinen Termin beim Psychotherapeuten. Und auch andere Betreuungsmöglichkeiten würden an vielen Orten nicht angeboten. "Die Bundesregierung lässt bis heute eine Gesamtstrategie vermissen, wie sie dem drängenden Versorgungsbedarf psychisch erkrankter Menschen gerecht werden will." Es reiche nicht, lediglich das Entgelt für stationäre Versorgung neu zu regeln und diese durch eine kleine Innovation wie die Zu-Hause-Betreuung durch Krankenhäuser zu ergänzen.

Um die sektorenübergreifende Versorgung zum Nutzen der Patienten weiter zu stärken, wird nach einem Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zur Stärkung seelisch Erkrankter eine psychiatrische Akut-Behandlung im häuslichen Umfeld ("home treatment") als Krankenhausleistung eingeführt. Auch ambulante Leistungserbringer können mit einbezogen werden.

Klein-Schmeink sagte weiter, benötigt würden Angebote der ambulanten Krisenintervention, genügend psychotherapeutische Plätze ohne lange Wartezeiten und strukturierte Behandlungswege zwischen stationärer und ambulanter Versorgung mit festen Ansprechpartnern für schwer Erkrankte. Der Anstieg psychischer Leiden müsse die gesamte Gesellschaft dazu auffordern, Arbeits- und Lebensweise zu hinterfragen.

Depressive Störungen gehören laut Gesundheitsministerium zu den häufigsten und am meisten unterschätzten Erkrankungen. Schätzungen zufolge leiden weltweit etwa 350 Millionen Menschen unter einer Depression. Bis 2020 werden der Weltgesundheitsorganisation zufolge Depressionen oder affektive Störungen die zweithäufigste Volkskrankheit in der Welt sein.

Quelle: dpa


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