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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
19. September 2012

Grüne: Aigners Plan für weniger Antibiotika mangelhaft

Die Grünen kritisieren die Pläne von Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) für eine Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung als völlig unzureichend. "Mit den vorgestellten Maßnahmen wird sich an den horrenden Antibiotikamengen, die in der Tiermedizin eingesetzt werden, in den nächsten Jahren gar nichts ändern", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn der Deutschen Presse-Agentur. Dabei nehme die Resistenzbildung bei den Menschen durch den massiven Einsatz stark zu, betonte Höhn.

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Das Bundeskabinett will heute eine Änderung des Arzneimittelgesetzes beschließen. Ziel ist es, durch eine Datenbank der Länder den Antibiotika Einsatz in der Tierhaltung besser zu erfassen und zu kontrollieren. 2011 wurden 1734 Tonnen Antibiotika im Tierbereich eingesetzt, mehr als doppelt so viel wie noch 2005. Nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz kommt in der Intensivtierhaltung über 40 Mal mehr Antibiotika zum Einsatz als in deutschen Krankenhäusern.

Höhn sagte, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit habe schon 2010 auf die sich verschärfende Resistenzsituation bei den lebensnotwendigen Reserveantibiotika hingewiesen. "Die Folge sind erschwerte Behandlungen beim Menschen bis hin zu Todesfällen wie auf der Bremer Kinderintensivstation."

Was Aigner als Reduktionsstrategie verkaufen wolle, sei nichts anderes als eine Zementierung des Status Quo. "Allein die Landwirte, die wiederholt weit über den Durchschnittsmengen liegen, müssen Maßnahmen zur Minderung ihres Antibiotikaverbrauchs ergreifen", kritisierte Höhn. "Dass der heutige Durchschnitt alles andere als verträglich ist, wird gar nicht in Erwägung gezogen." Aigner sei vor den "Hühnerbaronen" und der Fleischlobby eingeknickt.


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