Sonntag, 18. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Imfinzi NSCLC
Imfinzi NSCLC
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
03. Juni 2016

Gröhe: Reform des Pflege-TÜVs nicht verzögern

Weder Pflegebedürftige noch Angehörige konnten bisher mit der Bewertung von Pflegeheimen etwas anfangen. Es gab verdächtig viele Einsen. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) macht nun Druck bei der Reform. Gröhe hat Pflegekassen und Heimbetreiber aufgefordert, den angestrebten Zeitplan für eine Reform des Pflege-TÜVs nicht zu verzögern.

Anzeige:
Ibrance
Ibrance
 

"Wir brauchen endlich einen Pflege-TÜV, der seinen Namen auch verdient", sagte Gröhe den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Er fügte hinzu: "Deshalb machen wir Druck, damit die Pflegeselbstverwaltung den Fahrplan strikt einhält."

Am kommenden Mittwoch nimmt der neue Pflege-Qualitätsausschuss seine Arbeit auf. Bis Ende nächsten Jahres müssen Pflegekassen und Einrichtungsträger in Abstimmung mit Vertretern der Pflegebedürftigen und der Pflegeberufe ein wissenschaftliches Verfahren zur Qualitätsmessung vorlegen. Ab 2018 soll der neuen Pflege-TÜV für die stationäre Pflege gelten, ab 2019 auch für ambulante Dienste.

Gröhe sagte weiter: "Nötig ist ein Neustart, keine Behelfslösung." Es reiche nicht aus, alte Bewertungskriterien neu zu gewichten. "Pflegebedürftige und ihre Angehörigen brauchen gut verständliche und belastbare Informationen, an denen sie die Qualität von Pflege und Betreuung festmachen und vergleichen können."

Nach Informationen des Recherchezentrums correctiv.org, des NDR und der Zeitung "Die Welt" fallen 60% aller Pflegeheime in Deutschland bei den jährlichen Qualitätsprüfungen der Pflegekassen negativ auf, wenn es um den medizinisch relevanten Teil der Pflege geht. Mehr als die Hälfte der Heime versorgen demnach die Alten und Kranken nicht korrekt mit Medikamenten, mehr als 30% nicht vorschriftsmäßig mit Essen und Flüssigkeit.

Die Recherchen zeigen den Autoren zufolge auch, dass Qualität und Preise für die Pflege nicht immer in Einklang zu bringen sind. In einigen Regionen zahlen Bürger für ihre Pflege drei Mal so viel Geld dazu wie in anderen. Die private Zuzahlung in der Pflegestufe 3 schwanke pro Monat zwischen 750 Euro in Wilhelmshaven und 2.300 Euro im Kreis Siegen-Wittgenstein. "In Rheinland-Pfalz müssen Heimbewohner das meiste Geld für die schlechteste Pflege zahlen", so die Autoren.

Quelle: dpa


Anzeige:
Blenrep
Blenrep
Das könnte Sie auch interessieren
Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017
Urologen+starten+Themenwoche+Hodenkrebs+vom+27.+bis+31.+M%C3%A4rz+2017
© Paolese / Fotolia.com

Deutschlands Urologen gehen neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit: Mit der Einführung der „Urologischen Themenwochen“ baut die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ihr Engagement in der medizinischen Aufklärung der Bevölkerung erneut aus: Den Anfang macht die Urologische Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017. Mit zielgruppengerecht aufbereiteten Informationen wollen Urologinnen...

Wacken & DKMS: Gemeinsam gegen Blutkrebs
Wacken+%26+DKMS%3A+Gemeinsam+gegen+Blutkrebs
© DKMS gemeinnützige GmbH

Die DKMS ist zum vierten Mal mit einer Registrierungsaktion Teil des Wacken Open Air Festivals (W:O:A). Vom 3. bis zum 5. August 2017 können sich Besucher nicht nur über die lebensrettende Arbeit der internationalen gemeinnützigen Organisation informieren sondern sich auch als potenzielle Spender aufnehmen lassen. Parallel sind die Unterstützerinnen der Initiative „Wacken hilft“ mit viel Herzblut im Einsatz und verkaufen im Ort selbst...

Junge Menschen vor Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebsarten schützen
Junge+Menschen+vor+Geb%C3%A4rmutterhalskrebs+und+anderen+Krebsarten+sch%C3%BCtzen
© Jochen Schönfeld / Fotolia.com

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Impfempfehlungen zur HPV-Impfung erweitert. Während es die offizielle Empfehlung für Mädchen bereits seit dem Jahr 2007 gibt, empfiehlt sie die HPV-Impfung seit diesem Jahr auch für Jungen. Um auf die Wichtigkeit der HPV-Impfung hinzuweisen, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Informationsmaterialien entwickelt, die derzeit an die...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Gröhe: Reform des Pflege-TÜVs nicht verzögern"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.