Mittwoch, 21. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Piqray
Piqray
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
14. August 2015

Gröhe: Deutschland braucht medizinische Spitzenforschung

Die medizinische Spitzenforschung in Deutschland scheint etwas abgehoben vom Patientenalltag. Doch gerade in der Medizin ist Forschung kein Selbstzweck.

Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021

Deutschland braucht nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) eine starke Spitzenforschung in der Medizin. "Gott sei Dank haben wir sie. Ich bin darauf stolz", sagte Gröhe während seiner dreitägigen Sommerreise, die am Freitag zu Ende ging. Der Anspruch in Deutschland, Spitzenmedizin müsse allen Menschen zur Verfügung stehen, egal was sie verdienen, sei einzigartig.

"Was Menschen brauchen, wird ihnen unabhängig von Einkommen zur Verfügung gestellt", sagte Gröhe weiter. Doch angesichts des medizinischen Fortschritts werde es immer schwieriger, diesem Versorgungsanspruch gerecht zu werden. Daher müsse auch die Frage gestellt werden, ob im Einzellfall die teurere medizinische Versorgung wirklich einen Zugewinn bringe.

In der Grundmedikation etwa müsse auch die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten werden. Falls möglich sollte man dort auf billigere Generika (Nachahmerprodukte) zurückgreifen. Wenn man aber mit einem teuren Medikament eine Lebertransplantation vermeiden könne, dann seien auch 50 000 Euro für eine medikamentöse Therapie zu rechtfertigen, sagte Gröhe offenbar in Anspielung auf das sehr wirksame, aber sehr teure Hepatitis C-Präparat Sovaldi.

Gröhe beklagte, dass deutsche medizinische Spitzentechnik etwa in der Debatte um Sterbehilfe "fast verächtlich" als Apparatemedizin abgetan werde. Der Minister hatte auf seiner Reise zuvor eine Unfallklinik in Berlin sowie das Universitätsklinikum Gießen Marburg besucht.

In Marburg informierte er sich über die Klinik für Neurologie, die sich auf dem Gebiet der Demenz- und Parkinsonforschung einen Namen machte, sowie über das dortige Ionenstrahl-Krebstherapiezentrum, eines der wenigen Behandlungszentren dieser Art weltweit.

Gröhe ließ erkennen, dass die Bundesregierung derartige hoch innovative Forschungseinrichtungen mehr fördern wolle. Er arbeite gut mit Forschungsministerin Johanna Wanka (CDU) gut zusammen, sagte Gröhe. Allerdings dürfe Gesundheitsforschung kein Selbstzweck sein. Sie müsse konsequent an der Versorgung der Patienten orientiert sein.


Anzeige:
Blenrep
Blenrep
Das könnte Sie auch interessieren
Gemeinsam ein Zeichen gegen Blutkrebs setzen - World Blood Cancer Day am 28. Mai
Gemeinsam+ein+Zeichen+gegen+Blutkrebs+setzen+-+World+Blood+Cancer+Day+am+28.+Mai
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Am 28. Mai ist der World Blood Cancer Day (WBCD), der internationale Aktionstag im Kampf gegen Blutkrebs. Die DKMS stellt dazu auch in diesem Jahr Aufklärung und Information in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten. Die gemeinnützige Organisation möchte insbesondere junge Menschen nachhaltig an das lebenswichtige Thema Blutkrebs und Stammzellspende heranführen – und so künftig noch mehr Lebenschancen für...

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste
Brustkrebs%3A+Informationen+helfen+gegen+%C3%84ngste
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Aktuelle Studien belegen: Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs profitieren von  guter Gesundheitsinformation und Aufklärung. Ängste und Sorgen nehmen ab, die Lebensqualität steigt. Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) informiert Betroffene und Angehörige seit 30 Jahren rund um das Thema Krebs. Bei 50 Prozent aller Anfragen zu Tumorlokalisationen steht das Thema Brustkrebs...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Gröhe: Deutschland braucht medizinische Spitzenforschung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.