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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
30. September 2016

Gesundheits-App zur Erkennung einer Depression

Allein in Deutschland leiden rund sieben Millionen Menschen pro Jahr an einer behandlungsbedürftigen Depression. Den dadurch verursachten Schaden schätzt das Statistische Bundesamt auf über 15 Milliarden Euro. Einer der Hauptgründe, warum weniger als 10% der Betroffenen den Weg in die Psychotherapie finden, ist die Unsicherheit bei den Betroffenen, ob eine behandlungsbedürftige Depression vorliegt, oder ob es sich nur um ein vorübergehendes Stimmungstief handelt. Die Moodpath App ermöglicht einen interaktiven und mobilen Selbsttest, der dem Nutzer durch Fragen zum psychischen und körperlichen Wohlbefinden eine fundierte Einschätzung zu dessen psychischer Gesundheit gibt und Symptome einer Depression erkennt.

"Unser Ziel ist es, der akuten Unterversorgung bei der Früherkennung und Aufklärung zu psychischen Erkrankungen entgegenzuwirken und Betroffenen eine niedrigschwellige, digitale Lösungen an die Hand zu geben. Deshalb ist die Nutzung unserer Moodpath App einfach und intuitiv verständlich, kostenlos und 100% anonym", sagt Mitgründer Felix Frauendorf.

Das 14-tägige Screening ist die zentrale Funktion der App. Dreimal am Tag erhält der Nutzer Fragen zu seiner aktuellen Stimmung. Das Screening passt sich dabei stets an das Antwortverhalten des Nutzers an. Parallel zum Screening erhält der Nutzer im Bereich "Wissen" jeden Tag spielerisch aufbereitet und einfach verständlich Informationen, wie man eine Depression erkennt, wie sie ausgelöst und behandelt werden kann. "Diese Aufklärung und Wissensvermittlung hilft dem Nutzer beim Reflektieren der eigenen Stimmung und ist wichtiger Bestandteil einer regulären Psychotherapie", sagt Mitgründer und klinischer Psychologe Mark Goering.

Nach den 14 Tagen erhält der Nutzer die Ergebnisse seines Screenings und damit die Gewissheit, ob Symptome einer Depression vorliegen oder nicht. "Falls Hinweise auf eine behandlungsbedürftige Depression vorliegen, empfiehlt die App das Aufsuchen eines Arztes oder Psychotherapeuten. Für ein Erstgespräch mit diesen kann sich der Nutzer die gesammelten Informationen als pdf-Dokument ausdrucken oder direkt an den Arzt oder Therapeuten schicken", so Goering. Darüber hinaus kann der Nutzer ein Beratungsgespräch mit einem Psychologen von Moodpath buchen, um mehr über sein Ergebnis und mögliche Behandlungswege zu erfahren.

Moodpath richtet sich grundsätzlich an jeden, der sich emotional belastet fühlt und befürchtet, an einer Depression zu leiden. Das Moodpath Screening wurde in enger Kooperation mit dem Arbeitsbereich für Klinisch-Psychologische Intervention an der Freien Universität Berlin entwickelt und getestet. Die Ergebnisse der Studie sollen Ende des Jahres veröffentlicht werden.

Quelle: Hoschke & Consorten


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