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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
12. November 2015

Gerda Henkel Stiftung fördert Initiativen gefährdeter und geflohener Wissenschaftler

Aleppo, Palmyra, Mossul, Ninive, Nimrud, Hatra, Dhamar - viele weltweit bedeutende historische und archäologische Stätten im Irak, in Syrien und im Jemen sind zerstört worden. Auch eine große Zahl von Historikern und Archäologen ist vor den militärischen Konflikten geflohen, viele in Aufnahmelager der Region. Die Gerda Henkel Stiftung wird gefährdete und geflohene Wissenschaftler nun mit einer Reihe von Förderprojekten unterstützen.

Die Stiftungsgremien haben in ihrer Herbstsitzung am 5. und 6. November beschlossen, für die Jahre 2015 und 2016 zwei Millionen Euro für Forscher in Krisengebieten bereitzustellen. "Die Förderungen haben zwei Schwerpunkte", erläutert Dr. Michael Hanssler, Vorsitzender des Vorstands der Gerda Henkel Stiftung. "Sie gelten einerseits lokalen Akteuren, die Projekte zum Kulturerhalt in ihren Heimatländern entwickeln und umsetzen wollen. Andererseits sollen nach Deutschland geflohene Wissenschaftler über Stipendienangebote ihre akademische Ausbildung fortsetzen können." In weiteren wesentlichen Entscheidungen stellten die Stiftungsgremien mehr als 2 Millionen Euro für internationale Forschungsprojekte der historischen Geisteswissenschaften und für Vorhaben der islambezogenen Disziplinen bereit. Darüber hinaus beriefen sie Andreas Schmitz, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt, in das Kuratorium der Gerda Henkel Stiftung.

Fördermittel gehen u.a. an drei Kooperationsprojekte unter Beteiligung gefährdeter und geflohener Wissenschaftler: Im nordjordanischen Flüchtlingslager Zaatari, das aktuell rund 80.000 Menschen Zuflucht bietet, errichten jordanische Behörden, syrische Helfer und archäologische Partner ein Kulturzentrum für syrische Flüchtlinge und Bewohner des jordanischen Umlandes. Ziel des Projektes ist es, mit einem Bildungsprogramm das Bewusstsein für gemeinsame kulturelle Traditionen zu stärken und Wissen in den Bereichen Landschafts- und Denkmalkunde sowie Handwerk zu vermitteln. Ferner erforschen in der ebenfalls im Norden Jordaniens gelegenen Stadt Jerash Wissenschaftler der University of Jordan, Amman, in Kooperation mit syrischen Flüchtlingen und Handwerkern aus dem nahegelegenen Gaza die römische Thermenanlage der Stadt. Die Gerda Henkel Stiftung plant zudem, sich an dem Projekt "Die Stunde Null - eine Zukunft für die Zeit nach der Krise?" zu beteiligen. Auf Initiative des Deutschen Archäologischen Instituts und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus sollen hierbei syrische Experten zusammenkommen können, um Netzwerke auszubilden und Konzepte für den Wiederaufbau ihrer Städte, beispielsweise Aleppos, zu entwerfen.

Die Gerda Henkel Stiftung wurde im Juni 1976 von Frau Lisa Maskell zum Gedenken an ihre Mutter Gerda Henkel als gemeinnützige Stiftung des privaten Rechts mit Sitz in Düsseldorf errichtet. Ausschließlicher Stiftungszweck ist die Förderung der Wissenschaft, vornehmlich durch bestimmte fachlich und zeitlich begrenzte Arbeiten auf dem Gebiet der Geisteswissenschaft an Universitäten und Forschungsinstituten. Die Förderungen der Gerda Henkel Stiftung gelten den Historischen Geisteswissenschaften, vorrangig der Geschichtswissenschaft, der Archäologie, der Kunstgeschichte und historischen Teildisziplinen. Seit einigen Jahren wendet sich die Stiftung vor allem im Rahmen der Sonderprogramme "Islam, moderner Nationalstaat und transnationale Bewegungen" sowie "Sicherheit, Gesellschaft und Staat" auch gegenwarts- und zukunftsbezogenen Themen zu. Seit 2015 setzt sich die Stiftung in ihrem Förderschwerpunkt "Patrimonies" verstärkt für den Erhalt kulturellen Erbes vor allem in Krisenregionen ein. Die Gerda Henkel Stiftung ist in Deutschland und international tätig und hat seit ihrer Gründung weltweit mehr als 6.000 Forschungsvorhaben mit über 130 Millionen Euro unterstützt.

Quelle: Gerda Henkel Stiftung


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