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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
08. November 2013

Frauenärzte-Verband: "Pille danach - rezeptfrei oder doch lieber sicher?"

Am 8. November 2013 hat der Bundesrat den Weg für die Rezeptfreiheit von Levonorgestrel (LNG) als "Pille danach" freigemacht. Am 1. Mai 2014 soll die Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung in Kraft treten. Der Berufsverband der Frauenärzte bedauert diese politische Entscheidung, die mit der Versorgungsnotwendigkeit nichts zu tun hat.

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Die Entscheidung ignoriert die Tatsache, dass in Deutschland die Schwangerschaftsabbruchzahlen gegenüber allen anderen Ländern sinken, und dass trotz der Freigabe von LNG z. B. in Frankreich und England die Abbruchzahlen doppelt so hoch sind. Der BVF weist darauf hin, dass Levonorgestrel nicht Mittel der ersten Wahl ist, und nach ungeschütztem Sex innerhalb der ersten 24 Stunden nur etwa ein Drittel der Schwangerschaften verhindern kann. Das heißt, dass bei Einnahme des neuen Ulipristalacetat (UPA) 2-3x mehr Schwangerschaften verhindert werden. Außerdem wirkt UPA sogar noch wenige Stunden vor dem Eisprung, und bis zu 5 Tage nach der Einnahme, während Levonorgestrel dann keine Wirksamkeit mehr hat. UPA ist europaweit verschreibungspflichtig.

Vor wenigen Wochen erst haben die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin und der Berufsverband der Frauenärzte eine überarbeitete Checkliste für die ärztlichen Bereitschafts- und Notdienste in Deutschland publiziert, die es Ärztinnen und Ärzten ermöglicht, Frauen nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr noch besser zu beraten und zu betreuen.

"Wir hoffen, dass die Einführung der Rezeptfreiheit nicht zu einer Verschlechterung der Betreuung und Beratung dieser Mädchen und Frauen und damit zu einer Zunahme von Schwangerschaftsabbrüchen führen wird", so Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. "Denn die Mädchen und Frauen wissen ohne Beratung vielfach nicht, wann und wie sie das Medikament einnehmen sollen, wie die Erfahrungen aus den anderen Ländern zeigen. Es ist schwer zu verstehen, dass das weniger wirksame Medikament den Vorzug vor dem Besseren bekommt, und das erfolgreiche deutsche System den schlechteren angepasst wird."

Quelle: Berufsverband der Frauenärzte (BVF) e.V.


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