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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
28. September 2015

Flüchtlingen helfen: Studie zu freiwilligem Engagement offenbart Motivation und Schwierigkeiten der Münchner

Tausende Flüchtlinge strömen zurzeit nach München. Viele Münchnerinnen und Münchner engagieren sich freiwillig für das Wohlergehen dieser Menschen. Wer sind sie und was motiviert sie? Was kritisieren sie?

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Das untersuchten Studierende der Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften der Hochschule München gemeinsam mit Prof. Dr. Gerd Mutz und dem munich institute or social sciences (miss). Von April bis Juni 2015 befragte die Gruppe Engagierte in Münchner Organisationen und Initiativen. Zeitgleich fand eine repräsentative Online-Befragung statt.

Fremdenfeindlichkeit verhindern und etwas zurückgeben

Der Untersuchung zufolge engagieren sich vor allem höher gebildete Personen, die auch in anderen kulturellen und politischen Bereichen aktiv sind. "Dabei handelt es sich durchweg um gesellschaftlich interessierte und reflektierte Menschen, die neben dem Engagement auch beruflich und familiär stark eingebunden sind", stellt Mutz fest. Als Motiv gaben einige der Befragten an, deutlich machen zu wollen, dass in München Ressentiments oder Fremdenfeindlichkeit keinen Platz haben und damit eine öffentliche Willkommenskultur zu etablieren. Sich selbst sehen sie als Personen, die das Glück hatten, in eine relativ wohlhabende Umgebung hineingeboren worden zu sein, weshalb sie teilen und anderen, denen es mangelt, etwas zurückgeben wollen.

Mehr Koordination notwendig

Der öffentlichen und von Wohlfahrtsverbänden organisierten Versorgung stehen die Helfenden eher kritisch gegenüber. Zwar erkennen sie an, dass in München seitens der Stadt und der Verbände vergleichsweise viel für Flüchtlinge getan wird, sie sehen bei ihrem Engagement aber auch den Mangel, der sich an allen Ecken und Enden bemerkbar macht: Nach ihren Erfahrungen verläuft die freiwillige Flüchtlingshilfe immer noch sehr unkoordiniert, zum Engagement bereite Personen können oft über Monate nicht vermittelt werden und es fehlt an spezifisch ausgebildeten Fachkräften - oft bedarf es viel Energie, erst einmal selbst effektive Strukturen und Organisationen aufzubauen. Von der Stadt und den Verbänden fordern die Engagierten, mehr Personal und finanzielle Mittel bereitzustellen. Sie sehen aber auch die Landespolitik in der Pflicht.

Psychische Herausforderungen und fehlendes Fachwissen

Viele Engagierte beklagen die besondere psychische Belastung durch ihre Tätigkeit, z. B. miterleben zu müssen, wie Flüchtlinge abgeschoben werden, zu denen sie ein gutes freundschaftliches Verhältnis aufgebaut haben. "Dies hinterlässt seelische Verletzungen und es gibt nur wenige Organisationen, die hier eine qualifizierte Unterstützung für die Engagierten anbieten", erklärt Mutz.

Die meisten hauptamtlichen Fachkräfte haben keine entsprechende Ausbildung, um die geforderte Unterstützung für die HelferInnen bereit zu stellen. Gefordert wird daher, dass der Flüchtlingsproblematik in der akademischen Ausbildung von SozialarbeiterInnen eine größere Rolle zukommt und dass Professionelle in der Praxis eine entsprechende Weiterbildung erhalten.

Der ausführliche Bericht mit detaillierten Ergebnissen der quantitativen und qualitativen Studie liegt Ende September vor.

Quelle: Hochschule München


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