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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
22. März 2018

Experten diskutieren Alternativen zur Bluttransfusion und Patientenblut-Management

Millionen Menschen weltweit verdanken ihr Leben einer Bluttransfusion mit gespendetem Blut. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse bewerten den Einsatz von Blutpräparaten neu. Deshalb haben Kliniken Programme – bezeichnet als Patient Blood Management (PBM) – aufgelegt. Häufig sind es medizinische und organisatorische Konzepte, die Bluttransfusionen vermeiden sollen. Ob aber die Inhalte dieser PBM-Programme für Patienten tatsächlich besser sind als die bisherigen Transfusionsstrategien diskutieren Experten auf einer internationalen Konferenz diskutiert, die vom 24. bis 25. April in Frankfurt stattfindet. Ihre Ergebnisse sollen erstmals in einem Konsensuspapier veröffentlicht werden.
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Laut der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) sind und bleiben Transfusionen in der Behandlung von bestimmten Krankheitsbildern, bei schweren Operationen, Verletzungen mit hohem Blutverlust und anderen medizinischen Notfällen unverzichtbar. „Nach wie vor gilt: Blut rettet Leben. Der medizinisch korrekte Einsatz des kostbaren Spenderblutes ist eine ethische Verpflichtung für jeden Arzt.“ betont Prof Harald Klüter, 1. Vorsitzender der DGTI. „Bisher gibt es keine verlässlichen Methoden, die Transfusionen mit Fremdblut vollständig ersetzen können“, sagt der Transfusionsmediziner. Während sich die Bluttransfusion über viele Jahrzehnte als sicheres Verfahren etabliert hat, herrscht über die Methoden des PBM bisher noch kein wissenschaftlicher Konsens. „Viele Ansätze des PBM sind möglicherweise bislang wissenschaftlich nicht ausreichend überprüft; sowohl Über- als auch Untertransfusionen und alternative Behandlungsstrategien können mit Nebenwirkungen und Komplikationen für den Patienten verbunden sein“, sagt Prof Erhard Seifried aus Frankfurt.

Eine internationale Konferenz in Frankfurt hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst viel Klarheit zur Bedeutung von Bluttransfusionen bzw. alternativen Methoden zur Behandlung der Anämie (Blutarmut) zu schaffen. Vom 24. bis 25. April präsentieren renommierte Experten aus aller Welt die aussagekräftigsten Ergebnisse von Studien, die die Methoden des PBM untersucht haben. Ein Panel aus unabhängigen Experten wird diese beurteilen. Die Studien und Referenten wurden nach einem strengen wissenschaftlichem Verfahren ausgewählt, um mögliche Interessenkonflikte zu vermeiden und eine ergebnisoffene Diskussion zu fördern. „Unser Ziel ist eine neutrale und wissenschaftlich fundierte Bewertung der Studienlage, die klären soll, welche Behandlung für welchen Patienten die beste ist“, sagt Seifried. Am Ende der Konferenz soll ein Konsensuspapier stehen, das die Empfehlungen der Konferenzteilnehmer zum PBM zusammenfasst. Über die wichtigsten Ergebnisse berichten Experten auf einer abschließenden Pressekonferenz am 25. April in Frankfurt.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI)


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