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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
22. Oktober 2014

Experte: Ebola-Risiko in Deutschland gering

Das Risiko einer Einschleppung des Ebola-Erregers über den Frankfurter Flughafen nach Deutschland ist nach Angaben eines Experten "extrem gering". Der Airport sei beim Infektionsschutz "ein Vorzeigeflughafen", sagte der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk, am Mittwoch.

Wichtiger als Einreisekontrollen seien die Ausreisekontrollen in den betroffenen Ländern. Kontrollen bei der Ankunft würden wenig bringen. "Wonach wollen Sie da suchen: nach Fieber? Wir sollten die Kirche im Dorf lassen", sagte Gottschalk. Patienten seien erst dann ansteckend, wenn sie Symptome zeigten, das Virus werde nicht durch die Luft übertragen und sei durch Desinfektion leicht abzutöten.

In den USA war Ebola eingeschleppt worden. Ein Mann hatte sich in Afrika angesteckt; die Symptome zeigten sich erst nach seinem Flug. Bei seiner Behandlung hatten sich zwei Krankenschwestern infiziert.

Über den Gesundheitszustand des Frankfurter Ebola-Patienten gibt es weiterhin keine Informationen. Der Arzt aus Uganda, der sich in Sierra Leone angesteckt hatte, wird seit dem 3. Oktober auf einer Sonderisolierstation im Frankfurter Universitätsklinikum behandelt. Der Patient ist einer von drei Afrikanern, die bislang zur Behandlung nach Deutschland gebracht worden sind.

In Frankfurt gibt es laut Gottschalk Kapazitäten für einen weiteren Ebola-Patienten. Allerdings sei der Aufwand "enorm". Dass sich - wie in Spanien und den USA - das Pflegepersonal ansteckt, hält Gottschalk für unwahrscheinlich. Frankfurt habe die beste Schutzkleidung, An- und Auskleiden erfolge nach einem extrem strengen Protokoll. In Spanien habe man "eklatante Fehler" gemacht.


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