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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
24. Oktober 2014

EU-Staaten sagen eine Milliarde Euro für Kampf gegen Ebola zu

Die ersten Ebola-Fälle in Europa haben die Politik aufgeschreckt. Die EU und ihre 28 Mitgliedstaaten wollen nun mindestens eine Milliarde Euro zur Verfügung stellen. Das ist allerdings gerade einmal das Zehnfache dessen, was zwei Computer-Milliardäre aus den USA spenden.

Die Europäische Union verdoppelt ihre Hilfen für den Kampf gegen Ebola auf mindestens eine Milliarde Euro. Darauf einigten sich die Staats- und Regierungschefs der 28 Mitgliedstaaten am Freitag bei einem Spitzentreffen in Brüssel. Bis zu dem Gipfel hatten die EU und ihre Mitgliedsstaaten etwas mehr als eine halbe Milliarde Euro für die Seuchenbekämpfung zugesagt. Nach jüngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es mittlerweile fast 10.000 Ebola-Fälle und knapp 4.900 Tote - vor allem in Westafrika.

Unter anderem die frühere Kolonialmacht Großbritannien kündigte jetzt an, ihre Hilfen deutlich zu erhöhen. Statt der ursprünglich zugesagten 156 Millionen Euro sollen nun mindestens 256 Millionen Euro fließen. Mit dem Geld werde man unter anderem Behandlungsstationen in Sierra Leone finanzieren, ließ Premierminister David Cameron erklären.

Der Brite war es auch gewesen, der das Ziel von einer Milliarde Euro ausgegeben hatte. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: "Wir waren uns alle einig, dass dies eine außergewöhnliche Herausforderung nicht nur für Westafrika, sondern für die gesamte Menschheit ist, mit unglaublichen Implikationen für uns alle."

Neue Hilfszusagen aus Deutschland gab es zunächst allerdings nicht. Die Bundesregierung betonte, sie haben bereits mehr als 100 Millionen Euro mobilisiert - und damit mehr als die meisten anderen Staaten. Derzeit werden zudem zahlreiche Ärzte und Krankenschwestern für den Einsatz im Krisengebiet ausgebildet.

Zugleich stach US-Milliardär Paul Allen mit einer privaten Spende in Höhe des Beitrags einiger Länder hervor. Der Mitgründer des Software-Riesen Microsoft stockte seine Unterstützung für den Kampf gegen Ebola am späten Donnerstag auf mindestens 100 Millionen Dollar (79 Millionen Euro) auf. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte zuvor bereits eine Spende von 25 Millionen Dollar (rund 20 Millionen Euro) angekündigt.

Frankreichs Präsident François Hollande mahnte beim Gipfel, es dürfe weder Panikmache, noch Untätigkeit geben. "Wir können Ebola heilen, wir müssen Ebola heilen", sagte er. Zugleich kündigte der Staatschef an, die Einreisekontrollen in Frankreich auszuweiten. Es müssten alle Transportwege kontrolliert werden, nicht nur wie bislang Flughäfen.

Bereits am Donnerstagabend hatte der Gipfel beschlossen, den neuen EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Christos Stylianides (56), zum europäischen Hilfskoordinator zu benennen. Der Zahnchirurg aus Zypern saß bislang im Europaparlament.


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