Donnerstag, 22. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Prevymis
Prevymis
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
01. September 2016

EU lässt Medikament zur HIV-Prophylaxe zu

Menschen mit hohem Risiko einer HIV-Infektion können sich künftig auch hierzulande mit dem Medikament "Truvada" schützen. Die EU-Kommission habe das Mittel unter Auflagen in der Europäischen Union zur Prophylaxe zugelassen, bestätigte ein Sprecher in Brüssel. Einige Aids-Experten setzen große Hoffnungen in das Präparat. Die tägliche Einnahme der Pille soll das Risiko senken, sich mit HIV zu infizieren. "Truvada" gebe es nur auf Rezept, betonte der Kommission-Sprecher.

Anzeige:
Ibrance
Ibrance
 

Die Europäische Arzneimittelbehörde Ema hatte die Zulassung von "Truvada" als Prophylaxe-Medikament für Menschen mit hohem Infektionsrisiko Ende Juli empfohlen. Sie sollen sich allerdings weiter auch mit Kondomen schützen.

Noch ist unklar, wann das Medikament als Prophylaxe in Deutschland erhältlich sein wird. Der Hersteller muss noch Schulungsunterlagen bereitstellen, bevor Ärzte die Prophylaxe verordnen dürfen. Schon länger wird das Mittel auch hierzulande zur Behandlung HIV-Infizierter eingesetzt.

Als Anwender der Prophylaxe kommt nach Angaben der Deutschen Aids-Gesellschaft eine kleine Gruppe mit hohem Risiko infrage: Männer und Transgender, die auch ungeschützten Sex mit häufig wechselnden Männern haben sowie Partner unbehandelter HIV-Infizierter.

Zur Prophylaxe ist "Truvada" in den USA bereits seit 2012 zugelassen. In Südafrika wird das Medikament seit diesem Jahr an Prostituierte abgegeben. Derzeit kostet eine Monatspackung in Deutschland rund 800 Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Prävention nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes nicht.

Bei der Deutschen Aids-Hilfe hofft Sprecher Holger Wicht, dass nun so schnell wie möglich eine Lösung der Kostenfrage gefunden wird. Nur dann könne es Menschen mit hohem HIV-Risiko schnell zugänglich gemacht werden. "Sonst werden sich nur sehr wenige das Mittel auch leisten können", sagte Wicht. Vom Hersteller gebe es bisher keine Signale, wonach eine Preissenkung für die Prophylaxe denkbar wäre.

Eine Abgabe auch an Prostituierte in Deutschland ist laut Aids-Hilfe derzeit noch nicht sinnvoll. "Unter anderem wirkt "Truvada" bei Männern anders als bei Frauen. Zur Schutzwirkung bei Frauen liegen noch nicht ausreichend Daten vor", erläuterte Wicht.

Weltweit sind Schätzungen zufolge rund 37 Millionen Menschen HIV-positiv. Gegenwärtig infizieren sich nach Angaben von Experten jährlich rund 2,1 Millionen neu. Rund 1,1 Millionen Menschen starben 2015 an den Folgen von Aids.

Quelle: dpa


Das könnte Sie auch interessieren
Frauenselbsthilfe Krebs unterstützt Menschen mit Krebs auch während der Corona-Krise
Frauenselbsthilfe+Krebs+unterst%C3%BCtzt+Menschen+mit+Krebs+auch+w%C3%A4hrend+der+Corona-Krise
©Photographee.eu - stock.adobe.com

Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen ein schwerer Schock. In Corona-Zeiten kommt nun auch noch die Angst hinzu, dass die medizinische Versorgung nicht so gut sein könnte, wie sie es in normalen Zeiten in Deutschland ist. Gerade in dieser Situation brauchen die Betroffenen starke Partner an ihrer Seite. Zu diesen zählt Deutschlands größte und älteste Krebs-Selbsthilfe-Organisation, die...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"EU lässt Medikament zur HIV-Prophylaxe zu"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.