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21. Juni 2017 Wettbewerb um EU-Agenturen: Deutschland könnte leer ausgehen

Deutschland droht ein schwieriges Rennen um die künftigen Standorte für die EU-Arzneimittelagentur EMA und die Bankenaufsicht EBA. Das derzeit für die Vergabeentscheidung vorgesehene Verfahren sieht nach Angaben aus EU-Kreisen vom Dienstag einen Wettbewerb nach Art des "Eurovision Song Contest" vor. Demnach müssen die an den beiden EU-Agenturen interessierten Länder bis Ende Juli Bewerbungen erstellen, über die dann im Herbst in geheimer Wahl abgestimmt wird.
Das politische Gewicht und die Größe der Kandidatenländer sollen in dem Verfahren keine Rolle spielen. Dies mindert nach Angaben von EU-Diplomaten die Chancen, dass eine oder sogar beide Agenturen in die deutschen Bewerberstädte Bonn und Frankfurt am Main umziehen. Bislang sind die EBA und die EMA in London ansässig. Wegen des geplanten britischen EU-Austritts sollen sie und ihre insgesamt mehr als 1.000 Mitarbeiter nun aber schnell anderswo angesiedelt werden.

Diejenigen Städte, die sich in dem Standortwettbewerb durchsetzen, dürfen auf erhebliche Zusatzeinnahmen hoffen. Die EMA und EBA richten jährlich Hunderte Konferenzen und Veranstaltungen mit Experten aus aller Welt aus. Zuletzt sorgten beide Agenturen in London für rund 39.000 zusätzliche Hotelübernachtungen pro Jahr.

Die Bundesregierung zeigte sich am Dienstag trotz möglicher Nachteile für Deutschland offen für das von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk vorgeschlagene Auswahlverfahren. "Wir fühlen uns da auch dem gesamteuropäischen Interesse verpflichtet", sagte Staatsminister Michael Roth am Rande von Verhandlungen in Luxemburg. Standortfragen seien nie einfach.

Quelle: dpa


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