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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
04. September 2012

Erwerbstätige mit Alkoholproblemen fallen deutlich länger aus

Erwerbstätige mit Alkoholproblemen fehlen jährlich 40 Tage mehr im Job als andere Arbeitnehmer. Das zeigt der Gesundheitsreport 2012 Krankenkasse Barmer GEK. In die Studie sind Daten von bundesweit rund 3,5 Millionen Versicherten eingeflossen.

Allerdings sind Alkoholprobleme nur bei wenigen Fehltagen (9,4) explizit die Diagnose, mit der die Arbeitsunfähigkeit begründet wird. Häufiger werden zum Beispiel psychische Erkrankungen genannt, darunter insbesondere Depressionen (7,6 Tage). Auch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder der Leber, die als typische Folge langfristig erhöhten Alkoholkonsums gelten, sind vergleichsweise selten der Grund für eine Krankschreibung. Magen-Darm-Probleme wurden bei alkoholgefährdeten Arbeitnehmern dagegen um 50% häufiger als Grund für die Krankschreibung genannt als bei den übrigen Erwerbstätigen.

«Der Alkoholkonsum insgesamt geht seit rund 15 Jahren immer ein bisschen zurück, doch in bestimmten Gruppen wird dafür umso häufiger getrunken», sagte Christa Niemeier von der Landesstelle für Suchtfragen in Baden-Württemberg. Rund 5% aller Erwerbstätigen trinken nach Schätzung der Fachleute so viel Alkohol, dass es ihre Gesundheit gefährden könnte. Rund zwei Drittel der Menschen mit Alkoholproblemen sind Männer. Und Menschen mit niedrigerem Bildungsstand und Hilfsarbeiter sind deutlich häufiger betroffen als etwa Akademiker. Die meisten Abhängigen fänden sich in der Gruppe der 55- bis 59-Jährigen.

Alkoholprobleme könnten oft schon erkannt werden, bevor der Kollege täglich mit einer Fahne ins Büro komme, sagte Niemeier. «Es gibt da ein gesundes Gefühl bei Mitarbeitern, dass etwas nicht stimmt.» Häufig veränderten sich Arbeitsverhalten, Sozialverhalten und äußeres Erscheinungsbild des Betroffenen. Wenn ein persönliches Vier-Augen-Gespräch mit dem Kollegen nicht helfe, rät sie, den Chef zu informieren. Dieser sollte dann vertrauensvoll auf den Mitarbeiter zugehen. «Wichtig ist auch, so früh wie möglich fachkompetenten Rat einzuholen und nicht erst lange vor sich hinzuwurschteln.»

Um Alkoholmissbrauch am Arbeitsplatz zu vermeiden, sei ein gutes Arbeitsklima wichtig. Risikofaktoren seien etwa dauerhafte Über- oder Unterforderung, fehlende Wertschätzung und soziale Probleme wie Mobbing.


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