Sonntag, 16. Mai 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
CAR T Prelaunch
CAR T Prelaunch
 
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
11. November 2015

Erinnern - Gedenken - Mahnen: Die jüdischen Ärztinnen und Ärzte am Dr. von Haunerschen Kinderspital

31 jüdische Kinderärztinnen und -ärzte am Dr. von Haunerschen Kinderspital in München wurden Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. An sie erinnerte das zum LMU-Klinikum gehörende Kinderspital am 9. November 2015 gemeinsam mit der Israelitischen Kultusgemeinde und zahlreichen Gästen, unter ihnen auch Nachkommen der Verfolgten aus Israel. Die Gedenkstunde mit anschließender Ausstellung nannte die Präsidentin der Kultusgemeinde, Dr. Charlotte Knobloch, einen "Wegweiser (…) in die richtige Richtung".

Anzeige:
Tukysa
Tukysa
 

Manche mussten binnen eines Tages das Haus verlassen, wurden schikaniert, verhaftet, in den Suizid getrieben und ermordet. Diejenigen, denen die Flucht gelang, hatten mittellos in der Fremde oft große Schwierigkeiten. Die Kinderheilkunde war insgesamt besonders stark von der antijüdischen Ausschaltungspolitik der Nationalsozialisten betroffen. Denn mehr als die Hälfte der Anfang 1933 im Deutschen Reich tätigen Kinderärztinnen und -ärzte war im Sinne der NS-Rassengesetze jüdischer Abstammung. 31 von ihnen wirkten über Jahre oder gar Jahrzehnte am Dr. von Haunerschen Kinderspital im Herzen Münchens, darunter Koryphäen der Kindermedizin wie Erich Benjamin, Ernst Moro und Albert Uffenheimer, deren Pionierarbeit aus der Kinderheilkunde nicht mehr wegzudenken ist.

Diesen verfolgten jüdischen Kinderärzten war die Gedenkstunde im Großen Hörsaal des "Haunerschen" gewidmet. In seiner Begrüßung betonte Professor Dr. Christoph Klein, Direktor der Kinderklinik, die Wichtigkeit des Erinnerns und die großen Beiträge jüdischer Kinderärzte in Medizin und Gesellschaft. Frau Dr. Charlotte Knobloch, Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, knüpfte an ihr persönliches Erleben der Reichspogromnacht 1938 an und mahnte zur Wachsamkeit angesichts gefährlicher antidemokratischer und antisemitischer Tendenzen in der Gegenwart. Professorin Naama Constantini, eigens aus Israel angereist, erzählte von ihrer Großmutter Bella Wirz. Die gebürtige Münchnerin war nach dem Ersten Weltkrieg zunächst am Haunerschen tätig und emigrierte 1933 nach Palästina. So standen die Schicksale der Einzelnen im Zentrum der Veranstaltung: Professor Dr. Joseph Rosenecker und Dr. Andrea Autenrieth stellten in einem Vortrag die nach langer Recherche entstandenen Biographien der verfolgten jüdischen Mediziner am Kinderspital vor. Die Lebenswege, die am besten erforscht werden konnten, waren in der an-schließenden Ausstellung "Ärztinnen und Ärzte am Dr. von Haunerschen Kinderspital, die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung wurden" dargestellt. Zur Eröffnung fand die feierliche Enthüllung einer Gedenktafel statt. Diese kann im Erdgeschoss des Haunerschen besichtigt werden. Sie soll ein Beitrag dazu sein, das Leid der verfolgten Kolleginnen und Kollegen vor dem Vergessen zu bewahren und es als Mahnung für die Gegenwart zu verstehen.

Quelle: Klinikum der Universität München


Anzeige:
Blenrep
Blenrep
Das könnte Sie auch interessieren
Armutsfalle Krebs: Sozialberatung muss verbessert werden
Armutsfalle+Krebs%3A+Sozialberatung+muss+verbessert+werden
© WavebreakmediaMicro / Fotolia.com

Am 8. März ist Weltfrauentag. Seit mehr als 100 Jahren prangern Frauen in aller Welt an diesem Tag Missstände an und streiten für ihre Rechte. Die Frauenselbsthilfe nach Krebs, kurz FSH, und die Stiftung Deutsche Krebshilfe verleihen an diesem Tag den Frauen, die an Krebs erkrankt sind, eine Stimme. Denn immer noch gibt es in der Versorgung der Betroffenen Defizite. So wird eine Tumorerkrankung nach wie vor häufig zur...

Bayern gegen Leukämie – Gemeinsamer landesweiter Aktionstag für Typisierung am 25. Mai 2018
Bayern+gegen+Leuk%C3%A4mie+%E2%80%93+Gemeinsamer+landesweiter+Aktionstag+f%C3%BCr+Typisierung+am+25.+Mai+2018
© RFBSIP / Fotolia.com

Jedes Jahr erkranken in Deutschland laut Robert Koch-Institut Berlin rund 11.000 Menschen neu an Leukämie. Mit einer Stammzellspende können sie gerettet werden, jedoch gibt es für jeden zehnten Patienten noch immer keinen passenden Spender. Deshalb sind am 25. Mai alle Bayern aufgerufen, sich als Stammzellspender gegen Leukämie typisieren zu lassen. Die DAK-Gesundheit in Bayern unterstützt gemeinsam mit zahlreichen...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Erinnern - Gedenken - Mahnen: Die jüdischen Ärztinnen und Ärzte am Dr. von Haunerschen Kinderspital"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.