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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
28. September 2012

Eine Großelternzeit - wie einst zu Zeiten der Großfamilie

Elternzeit, Familienpflegezeit und bald auch Großelternzeit? Doch nicht jeder hat das Glück, dass eine lebenserfahrene Oma oder ein rüstiger Opa in derselben Stadt wohnt, um die Enkel zu betreuen.

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Die Pläne von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) für eine Großelternzeit nehmen konkrete Formen an. Bis zu drei Jahre sollen berufstätige Omas oder Opas am Arbeitsplatz eine Auszeit nehmen können, um ihre Enkel zu betreuen und so die eigenen Kinder zu entlasten. Die Großelternzeit sieht allerdings weder einen Lohnersatz noch Beiträge des Arbeitgebers für Rente und Krankenkasse während dieser Auszeit vor.

Wer ist die Zielgruppe der neuen Initiative?

Die Planer des Gesetzes haben vor allem ganz junge Eltern im Blick, die nach der Geburt eines Kindes durch eine längere Auszeit am Arbeitsplatz Karriereprobleme bekommen - etwa weil sie zuvor noch gar nicht lange beschäftigt waren. Damit Oma oder Opa die Betreuung übernehmen können, sollen sie wie die Eltern einen Rechtsanspruch auf befristete berufliche Freistellung erhalten - ebenfalls mit Kündigungsschutz und einem Rückkehrrecht auf den alten Arbeitsplatz.

Wie lange soll diese Freistellung gelten?

Schröder plant, die Großelternzeit wie das Gesetz über die Elternzeit zu gestalten. Damit wäre auch für die Großeltern eine Freistellung von bis zu drei Jahren möglich - allerdings ohne jegliche Bezahlung.

Wie funktioniert die bisherige Elternzeit?


Nach der Geburt können Eltern bis zu drei Jahre aus ihrem Beruf aussteigen. Dabei werden sie bis zu 14 Monate lang mit Elterngeld als Lohnersatz unterstützt. Vater und Mutter können sich diesen Zeitraum aufteilen. Die Elternzeit von insgesamt drei Jahren muss auch nicht an einem Stück genommen werden, sondern kann zeitlich gestaffelt werden - bis das Kind das achte Lebensjahr erreicht hat. Eine Ausweitung bis auf das zwölfte Lebensjahr wird angestrebt.

Wie groß sind die Chancen für eine Großelternzeit?

Gesetzesinitiativen, die ein Jahr vor einer Bundestagswahl noch nicht einmal mit dem Koalitionspartner abgestimmt sind, haben in der Regel einen schweren Stand und bedürfen schon eines starken politischen Drucks bei der Umsetzung. In der CDU wurde die Idee im Frühjahr sehr positiv aufgenommen, als erstmals im Vorstand und in Arbeitskreisen darüber diskutiert wurde. Die FDP hat dagegen die Kritik der Arbeitgeber im Blick, die weitere Belastungen fürchten. Dabei geht es  weniger um finanzielle Auswirkungen als vielmehr um Probleme bei der Arbeitsorganisation - wenn ältere, erfahrene Fachkräfte im Betrieb fehlen.

Welche Bedenken gibt es noch?

Wohl fast jeder findet es schön, wenn Großeltern sich um ihre Enkel kümmern - wie einst zu Zeiten der Großfamilie, als eine rüstige Oma zur Entlastung der berufstätigen Mutter den Haushalt schmiss. Doch nicht jeder hat das Glück, dass die Großeltern in der eigenen Stadt leben. Sozialpolitiker fürchten zudem, dass vor allem den Großmüttern während einer beruflichen Auszeit zur Enkelbetreuung weitere Beitragsmonate in der Rentenversicherung verloren gehen.

Was sagt die Opposition?

Der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze für unter Dreijährige stockt vor allem in den Großstädten. Weder das Betreuungsgeld noch die Großelternzeit könnten ein bedarfsgerechtes Angebot von Kita-Plätzen ersetzen, sagen übereinstimmend SPD, Grüne und Linke.

Wem dient die Familienpflegezeit?

Berufstätige, die nahe Angehörige - wie etwa die eigenen Eltern oder Opa und Oma - pflegen, haben Anspruch auf Teilzeitarbeit von bis zu 50 Prozent, und dies für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren. In dieser Zeit erhalten sie einen reduzierten Lohn, mindestens jedoch 75 Prozent ihrer früheren Bezüge.


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