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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
14. Oktober 2014

Ebola-Infektion in USA trotz Schutzanzugs - Parallelen zu Spanien

In Spanien war es zur ersten Übertragung des Ebola-Virus von Mensch zu Mensch außerhalb Afrikas gekommen. In den USA ereignete sich nun eine ähnliche Infektion. Was lehrt der spanische Präzedenzfall?  In den USA hat sich eine Krankenschwester trotz strenger Schutzmaßnahmen bei einem Patienten mit dem Ebola-Virus infiziert. Der Fall weist Parallelen zur Infektion einer Pflegehelferin in Madrid auf. Wie hat sich die spanische Pflegehelferin infiziert?

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Bislang gibt es offiziell keine Erklärung dafür, auf welche Weise sich das Virus in der Madrider Carlos-III-Klinik übertragen hat. Die Pflegehelferin gehörte zu dem Team, das einen aus Westafrika ausgeflogenen Ebola-Kranken behandelt hatte. Sie kam mit dem Missionar in der Endphase der Krankheit in Kontakt, als der Viren-Befall besonders hoch war. Außerdem musste die 44-Jährige nach dem Tod des Patienten das Zimmer der Isolierstation reinigen. Blut, Fäkalien und Erbrochenes von Ebola-Kranken sind die am stärksten infektiösen Substanzen. Daher sind Pfleger und Putzkräfte besonders gefährdet.

Bot der Spezialanzug keinen ausreichenden Schutz?  Die spanischen Behörden weisen darauf hin, dass die Schutzanzüge den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsprechen. Sie vermuten, dass die Infektion sich beim Ausziehen des Anzugs ereignet haben könnte. Die Pflegehelferin habe sich womöglich dabei mit einem Schutzhandschuh im Gesicht gekratzt. Die Frau räumte selbst ein, dass es so gewesen sein könnte.

Das Ausziehen der Anzüge gilt als ein besonders heikler Moment. Dies geschieht in der Carlos-III-Klinik in einer winzigen Kammer, die am Ausgang des Quarantäne-Zimmers als Sicherheitsschleuse dient. Die Gesundheitsbehörden räumten ein, dass die Schleuse zu eng sei. Ein Pfleger berichtete, dass es in dem Anzug sehr heiß werde: «Man ist angespannt und schwitzt, muss aber kaltblütig bleiben, denn man darf keinen Fehler machen.» Beim Ausziehen des Schutzanzugs sei es besonders schwer, die Nerven zu behalten, sagte der Pfleger der Zeitung «El País». «Man will möglichst schnell aus dem Anzug heraus.»

Geht die Infektion auf einen Fehler der Pflegehelferin zurück?  Einige spanische Politiker hatten versucht, der Frau eine Mitschuld zu geben. Sie handelten sich jedoch den Vorwurf ein, damit über das organisatorische Durcheinander in den Gesundheitsbehörden hinwegtäuschen zu wollen. Die infizierte Pflegehelferin wird von Kollegen als sehr sorgfältig und gewissenhaft beschrieben.

Die Gewerkschaften beklagten, dass das Pflegepersonal in Madrid nicht ausreichend auf die Behandlung von Ebola-Patienten vorbereitet worden sei. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein, ob die Gesundheitsbehörden bei der Infektion der Pflegehelferin ihrer Verpflichtung zum Schutz des Klinikpersonals möglicherweise nicht hinreichend nachgekommen sind.


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