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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
01. Juli 2013

Dumpingpreise und noch mehr Bürokratie - Freie Ärzteschaft kritisiert neuen Hausarzt-EBM

"Nach der Zustimmung des GKV-Spitzenverbandes zum EBM für Hausärzte  steht fest, dass die Königsdisziplin hausärztlicher Versorgung, das  qualifizierte hausärztliche Gespräch von 10 Minuten  Dauer, gerade  einmal mit 9,- Euro bewertet wird", kritisiert Konrad  Schneider-Grabenschröer, Vorstandsmitglied der Freien Ärzteschaft  (FÄ). "Und der daraus resultierende  Stundensatz von 54,- Euro kommt  bei in der Regel mindestens 50% Betriebskosten in den Hausarztpraxen  einem Offenbarungseid des KV-Systems gegenüber den Krankenkassen  gleich."

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Dieser Hausarzt-EBM  offenbare  in eklatanter Weise die  Realitätsferne des Berliner Spitzengremiums gegenüber den Sorgen und  Nöten der Basisärzte in der hausärztlichen Versorgung.Es finde nicht  nur eine intransparente innerärztliche Umverteilung statt,  sondern  es müssten damit differenzierte hausärztliche Leistungen weiterhin zu Dumpingpreisen erbracht werden.

"Wir  erinnern  als  Vorstand der Freien Ärzteschaft an die  Ergebnisse der Umfrage zum Sicherstellungsauftrag im Herbst 2012.  Dort hatten 93% der über 80.000 teilnehmenden Vertragsärzte von Herrn Köhler und Frau Feldmann  eine kostendeckende Vergütung mit festen,  kalkulierbaren Preisen für alle notwendigen ärztlichen Leistungen  verlangt", so Schneider-Grabenschröer. 

Kritisiert wird auch die Rolle der KBV-Vertreterversammlung bei der  Entstehung dieses EBM's. Letztlich habe sich wieder einmal deren  mangelnde Entschlossenheit und Geschlossenheit offenbart, anstatt im  Sinne einer echten Interessenvertretung aller  niedergelassenen Ärzte aufzutreten - und nicht in immer neuen Variationen ausschließlich den Mangel zu verwalten.

"In diesem Zusammenhang ist auch die  Fixierung auf  Partikularinteressen innerhalb des höchsten deutschen KV-Organs ein  großes Problem", so Schneider-Grabenschröer.

"Auch das Prinzip Hoffnung, mit diesem EBM irgendwann einmal eine  bessere und gerechtere Honorierung der eigentlichen ärztlichen  Tätigkeit zu erreichen, wird sich weder dazu eignen, genügend  ärztlichen Nachwuchs für die ambulante Versorgung zu interessieren,  noch den Fortbestand freiberuflich niedergelassener Vertragsärzte zu  sichern. In dieser Hinsicht ist nunmehr jeglicher Vertrauensvorschuss für die KBV-Vorsitzenden Köhler und Feldmann aufgebraucht", schließt  Schneider-Grabenschröer seine Kritik.

Quelle: Freie Ärzteschaft e. V.


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