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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
24. März 2016

Dresdens Top-Krebsmedizin erhält ebenbürtiges Domizil

Ein modernes, auf die Notwendigkeiten der vor- und nachstationären Versorgung von Tumorpatienten abgestimmtes Gebäude läutet eine neue Epoche der universitären Krebsmedizin in Dresden ein. Mit der offiziellen Einweihung der Portalklinik auf dem Campus des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus am heutigen Mittwoch (23. März) bietet die Dresdner Hochschulmedizin ihren Patienten erstmals einen zentralen, allen Belangen gerecht werdenden Anlaufpunkt.

Nach dem Festakt werden ab dem 18. April die ersten Patienten in dem Gebäude untersucht und erhalten dort auch ihre Chemotherapie. Mit dem Neubau rücken die Teams der Wissenschaftler noch enger mit den behandelnden Ärzten und Pflegenden zusammen: Das Haus ist direkt mit einem bestehenden Forschungsgebäude verbunden. Bereits angelegt sind Übergänge zu einem derzeit in der Planung befindlichen Forschungskomplex, in dem ab 2018 Wissenschaftler des Dresdner Partnerstandorts des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) arbeiten werden. Das neue, jetzt fertiggestellte Gebäude stärkt die Lotsenfunktion des Universitäts KrebsCentrums (UCC), in dem es auch räumlich den optimalen Ablauf von interdisziplinärer Diagnostik, Therapie und Nachsorge sicherstellt.

Als zentrale Anlaufstation für Menschen mit Tumorleiden erfolgen in der Portalklinik unter anderem erste Untersuchungen vor einem stationären Aufenthalt. Da viele Tumorpatienten der Dresdner Hochschulmedizin im Rahmen von wissenschaftlichen Studien hochspezielle Chemotherapien erhalten, bietet der Neubau im ersten Obergeschoss zudem 32 Behandlungsplätze zur Gabe von Infusionen. Ähnlich eines Sandwichs befinden sich die Arztzimmer in der darüber liegenden Etage sowie im Erdgeschoss. Dies sichert den in der interdisziplinären Ambulanz tätigen, auch auf die Chemotherapie spezialisierten Ärzten kurze Wege zu den Patienten. Die Struktur dieses Neubaus, der mit maßgeblicher Unterstützung der Deutschen Krebshilfe entstand, folgt dabei den Therapie-Abläufen: Um den im zweiten Stock befindlichen Aufenthaltsbereich der Patienten herum befinden sich die Räume für die Blutabnahmen sowie die Zimmer für Ärzte, Psychotherapeuten und Schwestern. Zur Ausstattung gehört auch ein Blutbildgerät, das die Wartezeiten verkürzt: Haben die Ärzte das o.k. für die Gabe des Krebsmedikaments erteilt, können die Patienten ein Stockwerk tiefer in die Therapieetage heruntergehen. Je nach körperlichem Zustand steht den Patienten eines der 16 Betten oder eine der 16 Infusionsliegen zur Verfügung. Um die nicht selten mehrstündigen Infusionen angenehmer zu gestalten, ist ein Teil der Behandlungsstühle vor raumhohen Fenstern mit Blick ins Grüne aufgestellt. "Wir sind stolz darauf, dass weite Teile dieses Neubaus nicht wie ein typischer Krankenhausbau aussehen und hoffen, dass die Behandlung damit für die Patienten trotz ihrer schweren Erkrankung angenehmer wird", sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums.

Im Erdgeschoss des Neubaus sind vor allem jene Ärzte tätig, die die Patienten vor Beginn einer jeden Krebstherapie untersuchen. Hier befindet sich auch der Raum des Tumorboards, in dem Ärzte aller relevanten Fächer täglich die Therapie eines Großteils aller Klinikums-Krebspatienten besprechen. Pro Jahr werden so mehr als 8.000 Behandlungsempfehlungen gemeinsam ausgesprochen. Denn nur durch ein zwischen den Fachdisziplinen genau abgestimmtes Vorgehen lassen sich in der Behandlung von Krebspatienten die bestmöglichen Ergebnisse erzielen. Die neue Portalklinik vereint Untersuchungs-, Therapie- und Beratungsräume sowie weitere im UCC angesiedelte Einrichtungen. Das sind vor allem die Tumordokumentation, die Studienzentrale und das Präventionszentrum, die im direkt angeschlossenen Nachbargebäude untergebracht sind. Damit repräsentiert der Gebäudekomplex die wesentlichen Elemente des von der Deutschen Krebshilfe als "Onkologisches Spitzenzentrum" ausgezeichneten Universitäts KrebsCentrums.

Zudem ist das Gebäude ein wichtiger Bestandteil des neuen Krebs-Campus der Dresdner Hochschulmedizin. Dieser Standort wächst in den kommenden Jahren deutlich, da Dresden im Jahr 2015 zum Partnerstandort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg ernannt wurde. In diesem Zusammenhang entsteht ein weiteres Gebäude für die patientenorientierte Forschung, in dem neue Erkenntnisse über Krebserkrankungen und innovative Therapien gewonnen werden. Träger des NCT-Partnerstandorts ist ein aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg, dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, der TU Dresden sowie dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) bestehendes Konsortium.

Das Universitäts KrebsCentrum Dresden gehört seit Einrichtung dieses Förderprogramms zu den "Onkologischen Spitzenzentren". Die Deutsche Krebshilfe hatte bei Initiierung dieses Programms die Vision, dass alle zentralen Einheiten - wie die psychoonkologische Betreuung, spezielle Beratungsangebote und ambulante Krebstherapien - eines Comprehensive Cancer Center in einem Gebäude untergebracht sind, das zudem für alle Krebspatienten, die ein solches Zentrum aufsuchen, die zentrale Anlaufstelle sein sollte. "Dieser Vision wurde nun hier in Dresden Rechnung getragen. Das neue Gebäude nimmt somit eine Art Lotsenfunktion ein: Patienten finden Orientierung und werden in optimaler Weise durch die Versorgungsabläufe geleitet", sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krebshilfe.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden


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