Sonntag, 18. April 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Piqray
Piqray
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
11. Dezember 2013

Drei nicht-invasive Tests stehen Schwangeren zur Verfügung

Drei nicht-invasive Testverfahren sind derzeit in Deutschland auf dem Markt, um bei einer Schwangeren einer Chromosomenstörung beim ungeborenen Kind auf die Spur zu kommen. Die Erkennungsrate liegt laut Robin Schwerdtfeger, Präsident des Berufsverbands niedergelassener Pränatalmediziner (BVNP), bei "99% und mehr". Das heißt umgekehrt, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Trisomie 21 (Down-Syndrom) nicht zu entdecken, bei unter 1% liegt. Erwartet eine Frau mehr als ein Kind, funktionieren zwei der Bluttests allerdings nicht. Sie ersetzen außerdem invasive Methoden wie die Fruchtwasserpunktion nicht, wenn wirklich sicher geklärt werden soll, ob eine Chromosomenstörung vorliegt.

Anzeige:
Bevacizumab

Die neuen Verfahren sind ebenso wenig wie das Ersttrimester-Screening Leistungen im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien, die die Krankenkassen automatisch übernehmen. Das Screening kann zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche erfolgen. Dafür müssen werdende Eltern Schwerdtfeger zufolge mit Kosten von 150 bis 200 Euro rechnen.

Für den seit Mitte 2012 angebotenen "PraenaTest" von der Firma LifeCodexx werden laut Schwerdtfeger etwa 825 Euro fällig. Möglich ist er ab der 10. Schwangerschaftswoche. Der Mediziner und sein Verband halten aber einen späteren Zeitpunkt für sinnvoller. "Wir empfehlen den Test nur Patienten, von denen wir wissen, dass sie gut mit den Ergebnissen umgehen können und immer nur im Zusammenhang mit einem dezidierten Ultraschall", sagt er. Bei diesem handelt sich um eine Untersuchung, die in der 12. bis 13. Schwangerschaftswoche erfolgt und bei der unter anderem die inneren Organe wie das  Herz und die Extremitäten des Kindes genau analysiert werden.

Das zweite neue Verfahren, der "Panorama-Test" der Firmen Natera und Amedes, ist seit Sommer 2013 auf dem Markt und kostet der Anbieterhomepage zufolge derzeit 595 Euro. "Er ist sehr sicher, aber es gibt noch wenig Erfahrungen in Deutschland im Vergleich zum PraenaTest", erläutert Schwerdtfeger. "Die Diagnosesicherheit wäre noch höher, wenn auch Zellen aus der Mundschleimhaut des Vaters untersucht würden." Und dass es mit dem Panorama-Test auch möglich ist, das Geschlecht des Kindes zu bestimmen, habe zu "nicht unerheblicher Kritik" geführt, sagt der Pränatalspezialist.

Schwerdtfeger zufolge wird der Test in Deutschland überwiegend ab der 13. oder 14. Schwangerschaftswoche angeboten und unterliegt dem Gendiagnostikgesetz. Das heißt: Vorher und nachher sind die den Test anfordernden Ärzte zu sehr umfangreichen Beratungen der Eltern verpflichtet. Denn sie könnten mit dem Testergebnis etwas erfahren, was sie lieber nicht gewusst hätten. Schwerdtfeger spricht von "lebensentscheidenden Fragen", mit denen sich die Eltern sehr genau auseinandersetzen müssten.

Seit Herbst 2013 verfügbar ist außerdem der "Harmony-Test" der US-Firma Ariosa. Er wird in Deutschland vom Labor Enders vertrieben und ähnlich dem Panorama-Test in den USA ausgewertet. Er ist den Anbieterangaben nach das einzige nicht-invasive Verfahren, das auch bei Zwillingsschwangerschaften verlässliche Ergebnisse liefert. Er kostet derzeit 485 Euro. Bei allen Tests kommen Schwerdtfeger zufolge noch etwa 50 bis 100 Euro Beratungskosten hinzu.


Das könnte Sie auch interessieren
Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017
Urologen+starten+Themenwoche+Hodenkrebs+vom+27.+bis+31.+M%C3%A4rz+2017
© Paolese / Fotolia.com

Deutschlands Urologen gehen neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit: Mit der Einführung der „Urologischen Themenwochen“ baut die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ihr Engagement in der medizinischen Aufklärung der Bevölkerung erneut aus: Den Anfang macht die Urologische Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017. Mit zielgruppengerecht aufbereiteten Informationen wollen Urologinnen...

Gemeinsam ein Zeichen gegen Blutkrebs setzen - World Blood Cancer Day am 28. Mai
Gemeinsam+ein+Zeichen+gegen+Blutkrebs+setzen+-+World+Blood+Cancer+Day+am+28.+Mai
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Am 28. Mai ist der World Blood Cancer Day (WBCD), der internationale Aktionstag im Kampf gegen Blutkrebs. Die DKMS stellt dazu auch in diesem Jahr Aufklärung und Information in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten. Die gemeinnützige Organisation möchte insbesondere junge Menschen nachhaltig an das lebenswichtige Thema Blutkrebs und Stammzellspende heranführen – und so künftig noch mehr Lebenschancen für...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Drei nicht-invasive Tests stehen Schwangeren zur Verfügung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.