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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
22. Juli 2016

DKG: Notfallversorgung darf nicht Verbandsegoismen geopfert werden

"Eine fehlende Einweisung ins Krankenhaus als Maßstab für angeblich nicht berechtigte Notfallversorgung zu nehmen, ist im höchsten Maße rücksichtslos gegenüber den Nöten der Menschen", erklärte Thomas Reumann, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), zu der am Freitag vorgestellten Studie des IGES-Instituts im Auftrag des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (ZI). Viele Notfälle müssen direkt ins Krankenhaus, weil der Weg über den Arzttermin mit Überweisung eine absolut weltfremde Fiktion ist. Auf dieser Grundlage 4,8 Milliarden Euro vermeidbare Behandlungskosten auszurechen, ist absolut unseriös.

"Es ist nicht zielführend hier von einer milliardenschweren Fehlsteuerung zu reden und "ambulant vor stationär" zu fordern. Es wäre sinnvoller, wenn die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sich Gedanken machte, wie sie die Notfallversorgung in ihrer Zuständigkeit verbessert. Mit den Portalpraxen gibt es nun ein weiteres gesetzlich vorgesehenes Instrument. Es muss aber auch genutzt werden", so Reumann.

Die Notfallversorgung ist nach Auffassung der DKG für die Patienten von zentraler Bedeutung. "So ein Thema darf nicht zum Spielball von Verbandsinteressen werden. Für unsere Krankenhäuser gilt: Wir wollen keinen Fall, der nicht bei uns versorgt werden muss. Aber, wenn ein Patient mit medizinischen Problemen ins Krankenhaus kommt, müssen wir ihn behandeln - unabhängig von Tageszeit und Wochentag", machte Reumann deutlich.

Quelle: Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. (DKG)


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