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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
18. Januar 2021

DIVI: „Uns darf im Wettlauf von Mutante und Impfung nicht die Puste ausgehen“

Deutschlands Intensivmediziner sehen in den Plänen eines weiterhin bestehenden – und eventuell sogar deutlich verschärften – Lockdowns medizinisch eine absolute Notwendigkeit. „Wir erkennen an den deutlich sinkenden Patientenzahlen auf den Intensivstationen die erste positive Wirkung des aktuellen Lockdowns“, erklärt der neue Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Prof.  Gernot Marx, Universitätsklinikum Aachen. "Aber mit derzeit knapp 5.000 Patienten in intensivmedizinischer Behandlung sind wir leider noch weit über dem Peak der ersten Welle mit 3.000 Patienten – und ganz weit entfernt von einem Normalbetrieb!“
Es gelte, die Infektionszahlen weiterhin drastisch zu reduzieren, pflichtet ihm Past Präsident Prof. Uwe Janssens, Eschweiler, bei.
"Schaue ich mir die Infektionszahlen und dann die Zahlen der Patienten auf den Normal- und Intensivstationen in Ländern an, die vor Kurzem erst Lockerungen gewagt haben – zum Beispiel Spanien – gehen die Zahlen in einer dritten Welle gleich wieder rapide nach oben“, so Marx. Die aktuellen Maßnahmen müssten deshalb mit Sicherheit noch über den Februar hinaus fortgesetzt werden. Belgien und Griechenland würden mit ihren Lockdown-Maßnahmen hingegen gute Vorbilder abgeben. Ebenfalls wäre es extrem wichtig, erklärt Janssens, dass alle Lockdown-Maßnahmen einheitlich und stringent in jedem Bundesland – ohne Ausnahme von den Ausnahmen – umgesetzt würden, um zielgerichtet in ganz Deutschland deutliche Effekte zu erzeugen. "Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, schaffen wir das!“, appelliert er.

Die Zahlen in Irland und dem Vereinigten Königreich erschrecken die Intensivmediziner. "Wir müssen uns verstärkt gemeinsam um die Mitarbeiter auf den Intensivstationen und Notaufnahmen kümmern, die seit mehr als zehn Wochen am Anschlag arbeiten“, erklärt der designierte Präsident der DIVI, Präsident elect Professor Felix Walcher Universitätsklinikum Magdeburg. "Wir müssen zudem den Anstieg der Patientenzahlen durch die Virusmutation einkalkulieren und trotzdem in den Kliniken handlungsfähig bleiben.“ Es gelte, eine dritte Welle, die auf die zweite direkt aufsatteln könnte, dringend zu verhindern. Das Personal brauche unbedingt echte Unterstützung und eine kurze Verschnaufpause, so Walcher.

"Es ist ein Wettlauf von Mutante und Impfung“, zeichnet  Marx ein plakatives Bild. Ein Lockdown nach belgischem oder griechischem Vorbild habe das Potential, die Mutante auszubremsen und der Impfung einen deutlichen Vorsprung zu verschaffen. "So wenige Kontakte wie möglich und impfen, impfen, impfen."
 
Virusmutationen
Virusmutationen

Die Variante B.1.1.7 war zunächst im Vereinten Königreich (UK) aufgetaucht, im Dezember gab es hierzulande den ersten Nachweis. Mittlerweile wurde die Variante laut dem Robert Koch-Institut (RKI) in 20 Fällen in sechs Bundesländern nachgewiesen (Stand 17.1., 00:00 Uhr): Berlin, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Sachsen. Bei 17 dieser Fälle gab es demnach eine Verbindung ins Ausland: 16 mal nach UK und einmal nach Tschechien. Die Virus-Variante B.1.351 - auch als 501Y.V2 bekannt - wurde erstmals in Südafrika beschrieben. Sie tauchte laut RKI bisher bei 5 Fällen in Baden-Württemberg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen auf, jeweils mit einer Verbindung nach Südafrika. Da in Deutschland bisher nur vereinzelt das Erbgut des Virus aus Proben entschlüsselt wird, ist von einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle auszugehen. (dpa)
 



 

Quelle: DIVI


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