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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
08. August 2017

Nutzen für Patienten und Ärzte soll bei Digitalisierung medizinischer Leistungen im Vordergrund stehen

Die niedergelassenen Urologen des Netzwerks Uro-GmbH Nordrhein sehen den Entwicklungen der Digitalisierungen medizinischer Leistungen mit Sorge entgegen. Nicht, weil sie nicht die Chancen erkennen, sondern vor allem, weil die bisherigen Entwicklungen ausschließlich Kassen und Gematik-Unternehmen helfen, nicht aber den Patienten. Die Urologen fordern, dass die Rahmenbedingungen für den Digitalisierungsprozess konsequent dem Nutzen für Patienten und Ärzte angepasst werden.
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„Seit Jahren führen wir eine unselige Debatte um die eGK“, unterstreicht der ärztlichen Geschäftsführer der Uro-GmbH Dr. Michael Stephan-Odenthal. „Sie wird jedoch von Politik und Kassen vor allem zur Kontrolle von Patienten und Ärzten ausgestaltet.“ Nicht das Abspeichern von wichtigen Details wie Blutgruppe, Allergien und Medikamenten auf der Karte würde im Vordergrund stehen, sondern als erste Funktion der Online-Abgleich mit dem Krankenkassenserver beim Betreten der Praxis. Davon profitieren nach Ansicht des Netzwerks aber weder Ärzte noch Patienten. Im Gegenteil, wie sich in einigen bisherigen Testpraxen zeige, führe dies zu Verzögerungen des Arbeitsablaufs. „Von den bisherigen horrenden Kosten der eGK haben bisher ausschließlich die Gematik-Unternehmen profitiert.“
 
Ähnlich sieht es für Stephan-Odenthal auch in den Bereichen digitale Vernetzung der Arztpraxen und Videosprechstunde aus. Er bemängelt, dass unter dem Vorwand des Datenschutzes Ärzte vorgeschriebene, spezielle IT-Anbieter zwingend nutzen und bezahlen müssen. Gleichzeitig sei das Honorar für diese digitalen Leistungen so niedrig, dass die meisten Ärzte lieber weiterhin die alte Telefonsprechstunde und die Faxleitung zur Telemedizin benutzten. Grundsätzlich, betont die Uro-GmbH Nordrhein, stünden die Urologen der Digitalisierung aber positiv gegenüber. In den Praxen sei die vollständige elektronische Karteikarte schon weit verbreitet. Auch an einer Vernetzung zwischen Arzt und Patient und der Ärzte untereinander seien die Urologen stark interessiert. Wenn Politik und Kassen die digitalen Medien in der medizinischen Versorgung voranbringen wollen, müsste daher eine vollkommen andere Politik betrieben werden. Das bisherige Konzept der Datenspeicherung auf der eGK, die für den Patienten eine „Black-Box“ ist, ist längst überholt. Die meisten Die meisten Patienten besitzen Smartphone oder Computer, auf denen sie ihre Krankengeschichte abspeichern und selbst kontrollieren können. Statt das Auslaufmodell eGK weiter zu protegieren, sollten alle Praxis und Krankenhausinformationssysteme verpflichtend eine einheitliche Schnittstelle anbieten, über die der Datenaustausch stattfinden kann. Darüber hinaus sollten medizinische Angebote im Internet analog zu Medizinprodukten einer Zertifizierung unterzogen werden, um die Spreu vom Weizen zu trennen und Haftung für fehlerhafte Qualität möglich zu machen. „Derzeit steht eine ganze Industrie in den Startlöchern, die sich erhofft über die Digitalisierung an Patienten-Daten zu gelangen und Angebotsprofile für Patienten zu entwickeln, mit dem Ziel am Ende auch Gesundheitswerbung und Verkauf anzukurbeln. Das kann nicht im Sinne der Patienten sein.“
 
Die digitale Kommunikation müsse konsequent auf die Bedürfnisse von Patienten und Ärzten ausgerichtet werden und dürfe nicht zu Lasten der Ärzte finanziert werden.

Quelle: Uro-GmbH Nordrhein


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