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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
28. Juni 2017

Digitale Innovationen werden für die ältere Generation immer wichtiger

Die Zahl der Älteren und Hochbetagten in Deutschland steigt bis zum Jahr 2030 stark an. Damit Ältere länger selbstbestimmt leben können, nutzen immer mehr Menschen über 65 Jahren die Möglichkeiten der Digitalisierung. Damit sie auch bis ins hohe Alter mündiger und souveräner Teil unserer Gesellschaft werden, braucht es lebenslanges Lernen.
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Die Zahl der Menschen über 65 steigt in Deutschland nach einer Prognose der Bertelsmann Stiftung bis zum Jahr 2030 um 41,5% an. Diese Generation möchte möglichst lange selbstbestimmt leben können und aktiver Teil der Gesellschaft bleiben – und zwar bis ins hohe Alter. Die Meisten wollen dabei in den eigenen vier Wänden ihren Lebensabend verbringen. Die Innovationen der Digitalisierung werden sie dabei immer besser unterstützen, wie die Studie "Digitalisierung für mehr Optionen und Teilhabe im Alter" des Instituts für Innovation und Technik (iit) in der VDI/VDE-IT im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zeigt.

"Es geht bei der Nutzung der Digitalisierung darum, dass Menschen aller Altersgruppen zu kompetenten und selbstbestimmten Akteuren werden, die die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts souverän und möglichst lange selbstständig bewältigen können. Hierbei helfen digitale Innovationen gerade auch den älteren Menschen immer mehr", sagt Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Generation "Ü65" entdeckt moderne Kommunikationsmittel

Junge Menschen nutzen das Internet zwar mehr als ältere, jedoch steigt der Anteil der älteren Menschen, die online sind, stetig an. 69% der 60- bis 69-Jährigen und 36% der über 70-Jährigen nutzen das Internet mittlerweile regelmäßig. Auch ist zwischen 2007 und 2013 die Nutzung sozialer Netzwerke unter den Internet-Nutzern ab 50 Jahren von sieben auf 16% gestiegen. Die Digitalisierung eröffnet auch älteren Menschen neue Möglichkeiten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Viele Ältere leben außerdem allein. Die Generation "Ü65" entdeckt daher zunehmend die modernen Kommunikationsmittel für sich – beispielsweise in Form der Video-Telefonie mit den Kindern und Enkeln.

Mehrheit der Bevölkerung würde Service-Roboter im Alter nutzen

Die Menschen zwischen 65 und 85 Jahren wünschen sich in erster Linie gesund zu bleiben beziehungsweise die eigene Gesundheit zu verbessern. Aber der Gang zum Arzt wird im Alter immer beschwerlicher. Für ältere Menschen ist deswegen eine Video-Sprechstunde mit dem Hausarzt eine komfortable Lösung. Erstrecht in strukturschwachen Regionen, in denen kein Arzt vor Ort ist. Auch im Alltag kann Digitalisierung helfen. Die intelligente Medikamentenbox kann täglich bei der richtigen Dosierung und Einnahme von Tabletten unterstützen. So genannte "Wearables" können mittels tragbarer Sensoren zum Beispiel in Armbändern Herzfrequenz- oder Pulsmessungen vornehmen.

83% der Bundesbürger können sich außerdem vorstellen, zu Hause einen Service-Roboter zu nutzen, wenn sie dadurch im Alter länger in den eigenen vier Wänden wohnen könnten. Die Forschung an Service-Robotern für den Einsatz in Haushalt, Pflege und Gesundheit halten daher 80% der Befragten für wichtig oder sogar sehr wichtig. 80% können sich vorstellen, anstatt ins Pflegeheim zu gehen, zuhause von einem Roboter unterstützt zu werden. Der automatische Rasenmäher oder Staubsauger ist dabei heute schon für viele Menschen normal. So genannte "Trink-Tracker", intelligente Becher, die kontrollieren wann ein Mensch wie viel getrunken hat, werden hingegen noch wenig eingesetzt.

Voraussetzung: aktives Lernen bis ins hohe Alter

Nach einer Prognose der Bertelsmann Stiftung im "Wegweiser Kommune" wird bis 2030 allein die Zahl der Hochbetagten über 80 Jahre um 47% ansteigen. Das entspricht rund zwei Millionen Menschen mehr in dieser Altersgruppe. Damit ältere und hochbetagte Menschen den technologischen Fortschritt für sich optimal nutzen können, braucht es ein aktives Lernen bis ins hohe Alter. "Der Erwerb von digitalen Kompetenzen im Alter beinhaltet sowohl die Aneignung spezifischen Wissens als auch von Fähigkeiten, die zum Umgang mit neuen Technologien befähigen", sagt Carsten Große Starmann, Projektleiter bei der Bertelsmann Stiftung. "Für ältere Menschen bedeutet der Erwerb von Technikkompetenz nicht allein, dass sie eine spezifische App bedienen können, sondern vielmehr, dass sie mündiger und souveräner Teil einer immer digitaler werdenden Gesellschaft bleiben. Dazu müssen dringend auch Assistenz-Infrastrukturen für diese Altersgruppe geschaffen werden", so Große Starmann weiter. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind dafür verantwortlich, dass die Entwicklung digitaler Kompetenzen mit technologischen Innovationen Schritt hält.

Quelle: Bertelsmann Stiftung


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