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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
14. Mai 2018

Diabetologen fordern Nationales Diabetes-Register für Deutschland

Im Gegensatz zu vielen skandinavischen Ländern besteht in Deutschland keine gesetzliche Vorgabe, Erkrankungsverläufe und deren Behandlung lückenlos zentral zu erfassen und auszuwerten. Gerade für eine komplexe Stoffwechselerkrankung wie Diabetes mellitus wäre eine solche zentrale Erfassung sowohl aus medizinischer, versorgungsstruktureller und gesundheitspolitischer Sicht auch hierzulande sehr hilfreich. Daher hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft die „Kommission Versorgungsforschung und Register“ gegründet, um die Aktivitäten bereits bestehender dezentraler Diabetes-Register zu bündeln, zu vernetzen und langfristig ein nationales Diabetes-Register aufzubauen.
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Zwei bereits etablierte deutschlandweite Diabetesregister sind die „Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation“ (DPV) sowie die „Diabetes-Versorgungs-Evaluation“ (DIVE). „Die Verbindung dieser Datenbanken bietet eine für Deutschland einzigartige Basis, mehr Transparenz über die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Diabetes in Deutschland herzustellen“, erklärt Kongresspräsident Univ.-Professor Dr. med. Jochen Seufert aus Freiburg. Zusammen bilden die Register DPV und DIVE mehr als 500.000 Patienten mit Diabetes ab, davon haben etwa 80.000 Erwachsene Typ-1-Diabetes und 400.000 Typ-2-Diabetes. Erste Daten-Analysen von Patienten mit Typ-2-Diabetes aus den beiden Registern deuten auf hohe Unterschiede zwischen den Bundesländern hin. Die Versorgungsforschung kann anhand dieser Daten Informationen aus der Versorgungsroutine, die über Verschreibungs- oder Kassendaten hinausgehen, sammeln und auswerten. Professor Seufert betont: „Um repräsentative Aussagen für ganz Deutschland im langfristigen Verlauf zu erheben, ist jedoch auf Dauer unbedingt der Aufbau eines Nationalen Diabetes-Registers notwendig“.

Die Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring des Robert Koch-Instituts arbeitet derzeit fachgebietsübergreifend am Aufbau einer „Diabetes-Surveillance“ für Deutschland. Ziel ist, alle verfügbaren Datenquellen auf Bundes-, Länder- und Selbstverwaltungsebene zu bündeln, um eine verlässliche Datenlage für eine evidenzbasierte Politikberatung und Begleitforschung gesundheitspolitischer Maßnahmen zu schaffen. „Durch die Struktur und den Ansatz der Nationalen Diabetes-Surveillance können jedoch nicht alle Fragen zur Versorgung von Menschen mit Diabetes mellitus flächendeckend beantwortet werden“, so Professor Seufert. Die  „Diabetes-Surveillance“ ersetze daher nicht den Aufbau eines Nationalen Diabetes-Registers.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft


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