Sonntag, 13. Juni 2021
Navigation öffnen
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
04. Oktober 2017
Seite 1/2

DGHO Jahrestagung: Fachgesellschaften für stärkere Förderung akademischer Forschung

Die Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie hat ihre Stellung als einer der wichtigsten Kongresse auf dem Gebiet der Krebs- und Bluterkrankungen im deutschsprachigen Raum weiter ausgebaut. Vom 29. September bis zum 3. Oktober 2017 diskutierten rund 5.300 Expertinnen und Experten für medikamentöse Tumortherapie intensiv über die Chancen neuer therapeutischer Ansätze wie zum Beispiel der Immunonkologie sowie über die Bedeutung von unabhängigen akademischen Studien vor dem Hintergrund des enormen Wissenszuwachses im Fachgebiet.
Anzeige:
Lonsurf
 
Im Rahmen des Kongresses ehrten die Fachgesellschaften auch den wissenschaftlichen und ärztlichen Nachwuchs. Mit der Teilnahme von 167 Pflegekräften und 245 Studierenden wurde – wie bereits in den vergangenen Jahren – der interdisziplinäre Ansatz der Jahrestagung und ihre Bedeutung für den wissenschaftlichen und ärztlichen Nachwuchs deutlich.

Erstmals nach fünf Jahren fand die Jahrestagung wieder in Stuttgart statt. Prof. Dr. med. Lothar Kanz, Kongresspräsident und Ärztlicher Direktor der Abteilung für Innere Medizin II – Onkologie, Hämatologie, Immunologie, Rheumatologie und Pulmologie am Universitätsklinikum Tübingen, resümierte: "Gerade in Zeiten, in denen das Wissen in der Onkologie und Hämatologie nahezu explosionsartig zunimmt, ist der intensive Austausch zwischen den Kolleginnen und Kollegen aus der Grundlagen- und klinischen Forschung immens wichtig. Aus diesem Grund freut es uns besonders, dass im Rahmen des diesjährigen Kongresses mehr als 600 wissenschaftliche Arbeiten mit zum Teil sehr bedeutsamen Implikationen für die Diagnostik und Therapie von Blut- und Krebserkrankungen vorgestellt wurden."

Dass die akademische Forschung dabei künftig viel stärker unterstützt werden sollte, betonte Prof. Dr. med. Carsten Bokemeyer, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO und Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik für den Bereich Onkologie, Hämatologie und Knochenmarktransplantation mit Sektion Pneumologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: "Die akademische Forschung ist durch viele Faktoren zunehmend bedroht. Dabei wird es gerade in den nächsten Jahren immens wichtig sein, unabhängige akademische Studien zu initiieren, um die vielen für die reale Versorgung in der Breite wichtigen Fragen nach der Zulassung neuer Arzneimittel evidenzbasiert zu beantworten. Teilweise werden auch klinische Register notwendig sein, um den tatsächlichen Nutzen neuer Arzneimittel im Versorgungsalltag kritisch zu bewerten und so zukünftig noch besser die optimale Therapie für unsere Patientinnen und Patienten wählen zu können."

Preisverleihungen im Rahmen Jahrestagung 2017

Von besonderer Bedeutung ist für die ausrichtenden Fachgesellschaften die Förderung des wissenschaftlichen und ärztlichen Nachwuchses. Bei der Jahrestagung 2017 wurden im Rahmen der Plenarsitzung "Stammzellen" am Samstag, den 30. September 2017 folgende Preise für exzellente wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Hämatologie bzw. Onkologie verliehen:

Preise der DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie

Artur-Pappenheim-Preis: Der von der DGHO ausgeschriebene und mit 10.000 Euro dotierte Preis ist für eine wissenschaftliche Arbeit bestimmt, die sich mit klinischen, experimentellen oder theoretischen Fragen der Hämatologie befasst. In diesem Jahr wird der Artur-Pappenheim-Preis an Dr. med. Michael Hudecek vom Universitätsklinikum Würzburg für seine Arbeit "The Nonsignaling Extracellular Spacer Domain of Chimeric Antigen Receptors Is Decisive for In Vivo Antitumor Activity" vergeben.

Doktoranden-Förderpreis: Der ebenfalls von der DGHO ausgeschriebene und mit 3.000 Euro dotierte Doktoranden-Förderpreis wird für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Hämatologie und Internistischen Onkologie verliehen, die während des Studiums der Medizin, der Pharmazie oder der Biologie oder im Rahmen einer Dissertation im Bereich der genannten Disziplinen entstanden sind. Den Doktoranden-Förderpreis erhält in diesem Jahr Dr. med. Rouven Höfflin vom Universitätsklinikum Freiburg für seine Arbeit "Spatial niche formation but not malignant progression is a driving force for intratumoural heterogeneity".

Ehrenpreis Geriatrische Onkologie der DGG/DGHO: Die Arbeitsgruppe Geriatrische Onkologie der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) e.V. und die DGHO haben für das Jahr 2017 den Preis "Geriatrische Onkologie" als Ehrenpreis für das Lebenswerk ausgeschrieben. Der Preis "Geriatrische Onkologie" wird seit 2007 jährlich als Förderpreis für Nachwuchswissenschaftler und jährlich alternierend als Förderpreis und als Ehrenpreis für das Lebenswerk für besondere Verdienste zur Förderung der geriatrischen Onkologie ausgelobt. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird in diesem Jahr an Prof. Pierre Soubeyran vom Institut Bergonié in Bordeaux verliehen.
 
Vorherige Seite

Anzeige:
Kyprolis
Das könnte Sie auch interessieren
Wegweiser „Leben mit Krebs in Hessen“ hilft Betroffenen
Wegweiser+%E2%80%9ELeben+mit+Krebs+in+Hessen%E2%80%9C+hilft+Betroffenen
© Fotolia / fotomek

In Deutschland leiden aktuell 1,4 Millionen Menschen an Krebs und die Zahl der Neuerkrankungen steigt. In Hessen treten jährlich mehr als 35.000 neue Krebserkrankungen auf. Ermutigend ist, dass nach neuesten Studien die Rate der Langzeitüberlebenden ansteigt. Manche Krebsarten sind heute heilbar, andere können als chronische Erkrankung eingestuft werden. Auch die Chancen, mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung länger...

Helfen und sich helfen lassen - neues Informationsblatt vom Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsfoschungszentrums
Helfen+und+sich+helfen+lassen+-+neues+Informationsblatt+vom+Krebsinformationsdienst+des+Deutschen+Krebsfoschungszentrums
Alexander Raths / Fotolia.com

Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen ein Schock. Das gilt auch für Partner, Familienangehörige und Freunde von Krebspatienten. Neben der Sorge und dem Impuls, den anderen zu unterstützen, fühlen sich viele in dieser Situation zunächst unsicher und überfordert. Die Angst, im Miteinander etwas falsch zu machen, ist groß. Zur Unterstützung von Angehörigen und Freunden hat der...

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt
Biopharmazeutika+sind+den+meisten+Deutschen+unbekannt
© Darren Baker / Fotolia.com

Naturheilmittel oder neuer Trend der Bio-Welle? 94 Prozent der Deutschen können mit dem Begriff Biopharmazeutika nichts anfangen (1). Oftmals werden hinter dem Begriff Naturheilmittel vermutet. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die biotechnisch hergestellt oder aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen werden und mit dem Ziel der Bekämpfung einer Krankheit in die Vorgänge des Körpers eingreifen. Insulin...

Mit individuell zugeschnittenen Behandlungen länger überleben
Mit+individuell+zugeschnittenen+Behandlungen+l%C3%A4nger+%C3%BCberleben
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Lange Zeit galt die Diagnose Lungenkrebs als sicheres Todesurteil. Dank neuer Diagnostik und personalisierter Behandlungsmethoden haben sich die Aussichten für Betroffene in den letzte fünf Jahren dramatisch verbessert, wie Experten auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Mailand erklärten. Wichtig sei, stets einen Lungenfacharzt in die Behandlung mit einzubeziehen, betont die Deutsche Gesellschaft für...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"DGHO Jahrestagung: Fachgesellschaften für stärkere Förderung akademischer Forschung"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.