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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
18. September 2015

DGHO gegen Veränderung des Strafrechts bei ärztlicher Hilfe zur Selbsttötung

Die Betreuung von Menschen am Lebensende ist eine besondere Herausforderung für Ärzte. Anlässlich der öffentlichen Anhörung im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz am kommenden Mittwoch fordert die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V. die Politik auf, die ärztliche Zuwendung für diese Patienten nicht durch Strafandrohungen zu gefährden.

Zentrale Aufgaben des Arztes sind der Erhalt des Lebens und der Schutz bzw. die Wiederherstellung von Gesundheit. Am Lebensende stehen für Patienten und Ärzte die Linderung von Leiden und ein würdiges Sterben im Vordergrund. Die DGHO hat sich in den letzten 20 Jahren stark in der Förderung der Palliativmedizin engagiert. Sie nimmt aber auch wahr, dass bei einigen Patienten der Wunsch entsteht, ihrem Leben bei unerträglichem Leiden selbstbestimmt ein Ende zu setzen. Die Äußerung des Wunsches nach Selbsttötung ist zugleich immer ein Hilferuf. In einer Umfrage unter den DGHO-Mitgliedern hatte die Fachgesellschaft gezeigt, dass viele Ärzte im Verlauf einer fortschreitenden Krebserkrankung von Patienten auf das Thema angesprochen werden, auch wenn nur sehr wenige Ärzte konkret um Unterstützung einer Selbsttötung gebeten werden.

Im Bundestag werden zurzeit vier Gesetzentwürfe zur Sterbehilfe diskutiert. Die Fachgesellschaft ist sich einig darin, dass mit Sterbehilfe kein Geld verdient werden darf. Kritisch sieht die DGHO, dass die Definitionen der "Geschäftsmäßigkeit" oder der "Gewerbsmäßigkeit" in den entsprechenden Gesetzentwürfen begrifflich so unscharf gefasst sind, dass schon Gespräche mit Patienten über Selbsttötung unter den Verdacht einer kriminellen Handlung geraten können.

Die DGHO fordert die Politik auf, die palliativmedizinische Versorgung weiter zu verbessern, die Kommunikation mit dem Patienten als zentrale ärztliche Aufgabe anzuerkennen und Maßnahmen zur Suizidprävention zu fördern. Gleichzeitig hält sie die jetzt bestehenden strafrechtlichen Regelungen für ausreichend. Ähnlich hatte sich Anfang September die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie geäußert. Prof. Dr. med. Mathias Freund, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO: "Die Not des Patienten muss im Mittelpunkt des ärztlichen Gespräches bleiben. Sie darf nicht von der Angst vor dem Staatsanwalt überschattet werden."

Quelle: DGHO


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