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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
10. März 2016

DAKJ: Eine bundeseinheitliche Chipkarte für Flüchtlinge wäre einfacher und menschlicher

Anlässlich der Veröffentlichung der Studie "Einführung der Gesundheitskarte für Asylsuchende und Flüchtlinge - Der Umsetzungsstand im Überblick der Bundesländer" der Bertelsmann Stiftung fordert die DAKJ erneut die Einführung einer bundesweiten elektronischen Gesundheitskarte für Flüchtlinge mit besserem Leistungsumfang.

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"Das Gezerre um die Einführung einer Gesundheitskarte für geflüchtete Menschen in den Bundesländern und Kommunen zeigt: Eine bundeseinheitliche Lösung wäre einfacher, unbürokratischer und vor allem menschlicher gewesen", betont Prof. Dr. Manfred Gahr, Generalsekretär der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DAKJ). Denn so würden nun Flüchtlinge z.B. in Bayern und Sachsen wegen des Unwillens der Landesregierungen wohl gar keine Chipkarten erhalten können. "Dies ist besonders fatal für behinderte, chronisch und psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche, aber natürlich auch für erwachsene Geflüchtete, die zum Teil sehr lange auf Therapien oder Hilfsmittel wie Rollstühle warten müssen – oder diese gar nicht erhalten", so Prof. Gahr weiter. "Auch darf es nicht passieren, dass Kinder mit lebensbedrohlichen Krankheiten nicht behandelt werden, weil ihnen nicht rechtzeitig ein Krankenschein ausgestellt werden konnte."

Die DAKJ, der Dachverband der kinder- und jugendmedizinischen Gesellschaften und Verbände Deutschlands, fordert daher seit Jahren immer wieder von der Politik, endlich eine bundesweite Chipkarte mit besserem Leistungsumfang für geflüchtete Menschen einzuführen (Hier zu den Stellungnahmen: http://dakj.de/pages/aktivitaeten/mitteilungen-der-dakj.php).

Denn obwohl auch für diese das Gleichheitsgebot des Grundgesetzes und für Kinder und Jugendliche die UN-Kinderrechtskonvention mit dem Recht auf eine bestmögliche Gesundheitsversorgung (Art. 24) gelte, seien die Bedingungen völlig uneinheitlich und nicht mehr hinzunehmen. "Es freut uns, dass offenbar auch die Mehrheit der Bevölkerung will, dass geflüchtete Menschen mit einer Karte direkt einen Arzt aufsuchen können", so Prof. Gahr zu der repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung, die zeige, dass dies zwei von drei Bundesbürgern befürworteten.

"Die Politik ist nun aufgerufen, das Heft in die Hand zu nehmen und zu handeln. Die Ärzteverbände mahnen dies schon seit Jahren an, die Argumente sind bekannt", fordert Prof. Gahr, und weiter: "Sinnvolle Argumente der behandelnden Ärztinnen und Ärzte sollten nicht weiter ignoriert werden. Es geht hier um das Wohl von Menschen, nicht das Senden politischer Botschaften der Landesregierungen."

Hier der Link zur Publikation der Bertelsmann-Stiftung: https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Studie_VV_Gesundheitskarte_Fluechtlinge_2016.pdf

Quelle: Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V.


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