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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
29. Mai 2017

Deutscher Ärztetag warnt vor Risiken einer Totalvernetzung in der Medizin

Der Deutsche Ärztetag in Freiburg hat festgestellt, dass Cyberangriffe auf Kliniken und Praxen die Sicherheit der Patienten gefährden. Daher fordert das Ärzteparlament einen umfassenden Schutz der Medizindaten aller Bürger mit dezentraler Datenhaltung. "Patientendaten unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Daher fühlen wir Ärzte uns in besonderem Maße dafür verantwortlich, für ihren Schutz einzutreten", sagte Dr. Silke Lüder, Vizevorsitzende der Freien Ärzteschaft in Freiburg.
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Die Risiken einer Totalvernetzung in der Medizin seien deutlich geworden - das haben auch Sicherheitsexperten für andere wichtige Lebensbereiche wie die Energieversorgung kürzlich in Medienberichten dargestellt. Der Deutsche Ärztetag hat sich nun auf Initiative der Freien Ärzteschaft einem Antrag angeschlossen, der auf eine moderne und dezentrale Punkt-zu-Punkt-Kommunikation im Gesundheitswesen unter höchsten Datenschutzkriterien drängt. Lüder betont: "Die Krankheitsdaten dürfen außerdem nicht zentral in einer Cloud gespeichert werden, sondern sie müssen weiterhin in der Hand von Ärzten und Patienten bleiben."

Des Weiteren hat der Deutsche Ärztetag gefordert, den ab 1. Juli 2017 geplanten Online-Rollout der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) so lange auszusetzen, bis nachgewiesen ist, dass die Abläufe in Arztpraxen und Klinken nicht gestört werden und dass der Datenschutz gewährleistet ist. "Bislang", so Lüder, "liegen keine Ergebnisse von Tests des sogenannten Versichertenstammdatenmanagements mit der eGK vor. Und trotzdem müssen sich die Arztpraxen laut E-Health-Gesetz an die Telematikinfrastruktur der Krankenkassen anschließen. Andernfalls drohen ihnen finanzielle Sanktionen. Das hat der Deutsche Ärztetag heute mit großer Mehrheit kritisiert." Ebenso wurde kritisiert, dass die Krankenkassen bei Ausgabe der Versichertenkarten nicht geprüft haben, ob Foto, Daten und Person übereinstimmen. "Das stellt ein großes Sicherheitsrisiko dar", betont FÄ-Vize Lüder.

Quelle: Freie Ärzteschaft e.V.


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