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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

06. November 2020 COVID-Fälle auf Intensivstationen in Hessen erreichen Maximalwerte

Für den 5. November weist das DIVI-Intensivregister 243 gemeldete Intensivpatienten mit der durch das Coronavirus ausgelösten Erkrankung COVID-19 in hessischen Krankenhäusern aus. Damit ist das Maximum der COVID-Intensivfälle des Frühjahrs fast erreicht. Reinhard Schaffert, Geschäftsführer des Klinikverbunds Hessen e. V. ist sich sicher, dass diese Zahl noch deutlich überschritten wird:
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„Wir befinden uns im exponentiellen Anstieg der Fallzahlentwicklung mit einer Verdoppelung der Zahlen innerhalb von etwa 11 Tagen; bis also die am 2. November in Kraft getretenen Maßnahmen erste Wirkung zeigen, werden wir voraussichtlich mehr als doppelt so viele Intensivpatienten wegen COVID behandeln,“ erläutert Schaffert. Die öffentlichen Krankenhäuser des Klinikverbunds seien vorbereitet und in der Lage, die Patienten in dem abgestuften Versorgungskonzept des Landes Hessen zu behandeln. Allerdings sei eine so hohe Anzahl an Intensivpatienten, die nicht nur eine schwere und komplexe Lungenentzündung, sondern meist auch andere Organkomplikationen hätten, eine erhebliche Belastung für die Kliniken und ihre Mitarbeiter. Durch Minimierung der persönlichen Kontakte und die Einhaltung der Hygieneregeln könne jeder einzelne effektiv dazu beitragen, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.
 
Da die Mitarbeiter im Krankenhaus genau wie die normale Bevölkerung von der Entwicklung der Corona-Infektionen und damit auch von Erkrankung oder Quarantänemaßnahmen betroffen seien, benötigten die Kliniken ein Höchstmaß an Flexibilität beim Personaleinsatz. Zudem zeige sich, dass die im Zusammenhang mit der Pandemie eingeführten Entlastungen und finanziellen Ausgleiche für die Kliniken Ende September zu früh beendet wurden. „Es ist mir völlig unverständlich, warum diese Maßnahmen wie beispielsweise die Freihaltepauschale nicht längst wieder beschlossen wurden; die Entwicklung war schließlich bereits Ende Oktober absehbar und jeder Experte weiß, dass sie noch weiter gehen wird,“ meint Schaffert.
 
Aufgrund der zunehmenden Zahl der COVID-Patienten müssten teilweise erneut weniger dringliche Behandlungen verschoben werden. Diese Erlösausfälle gefährde die Zahlungsfähigkeit der Kliniken, insbesondere wenn ab Anfang 2021 nach bisheriger Gesetzeslage für die Krankenhäuser wieder weitestgehend Rahmenbedingungen ohne Berücksichtigung der Pandemie-Auswirkungen gelten würden.
 
Der Klinikverbund Hessen e. V. fordert daher als Sofortmaßnahmen und für das Jahr 2021
 
  • die Wiedereinführung der Ausgleichspauschalen oder entsprechender finanzieller Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität der Kliniken,
  • die sofortige Anhebung des vorläufigen Pflegeentgeltwertes auf einen Betrag mehr als 200 Euro,
  • die Beibehaltung der verkürzten Zahlungsfrist für Krankenkassen von fünf Tagen,
  • die Beibehaltung der reduzierten Prüfquote für Rechnungsprüfungen des Medizinischen Dienstes von 5% der Krankenhausabrechnungen zur administrativen Entlastung der Kliniken sowie
  • die Aufhebung aller Pflegepersonaluntergrenzen und den Verzicht auf Verschärfung und Ausweitung der Regelungen im Jahr 2021, um den notwendigen flexiblen Personaleinsatz zu ermöglichen.

Quelle: Klinikverbund Hessen e. V.


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