Sonntag, 1. August 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Imfinzi NSCLC
Imfinzi NSCLC
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
04. September 2020

Corona-Bonus kommt auch für Pflegekräfte in Kliniken

Bei Applaus und lobenden Worten soll es nicht bleiben: Nach längerem Drängen sollen Pflegerinnen und Pfleger in Kliniken jetzt ebenfalls eine finanzielle Corona-Anerkennung erhalten. Nicht allen reicht das.
Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
Wegen besonderer Belastungen in der Corona-Krise sollen nun auch Pflegekräfte in Krankenhäusern einen Bonus von bis zu 1.000 Euro bekommen – wie schon Beschäftigte in der Altenpflege. Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) stellen 100 Millionen Euro bereit, um einmalige Prämien für bis zu 100.000 Klinik-Mitarbeiter zu zahlen. Das teilten der GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft am Donnerstag mit. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) begrüßte die Pläne und will sie umsetzen. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte sie dagegen als "Minimallösung".

Wer genau eine einmalige Prämie erhält und in welcher Höhe, sollen die Kliniken in Abstimmung mit den Mitarbeitervertretungen festlegen – je nachdem, wie stark Pflegekräfte in der Behandlung Corona-Kranker am Bett eingesetzt waren. In begründeten Ausnahmen sollen auch andere Beschäftigte etwa in Notaufnahmen einen Bonus bekommen können.

Spahn sagte: "Viele Beschäftigte in vielen Kliniken haben maßgeblich dazu beigetragen, Corona-Patienten unter schwierigen Bedingungen bestmöglich zu behandeln. Das war ein besonderer Stress." Es sei gut, dass es nun endlich eine detaillierte Einigung gebe, diese Leistung zielgerichtet mit Prämien anzuerkennen. Der Minister hatte die beiden Verbände zu einem Konzept aufgefordert. Hintergrund war breite Kritik daran, dass es bisher nur in der Altenpflege einen Corona-Bonus gibt.

Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler warnte, die Lösung werde viele Beschäftigte unzufrieden machen. So solle nur ein kleiner Teil der 440.000 Pflegekräfte in Krankenhäusern vom Bonus profitieren - und das auch nur in bestimmten Kliniken. "Ausgerechnet bei der Anerkennung der Leistungen in der Pandemie zeigen sich Kliniken und Krankenkassen knauserig. Das ist beschämend." Spahn müsse zudem dafür sorgen, dass auch der Einsatz anderer Beschäftigter honoriert werde, sagte sie mit Blick etwa auf Reinigungskräfte und Labor-Beschäftigte.

Die Mittel aus dem 100-Millionen-Euro-Topf sollen an Krankenhäuser gehen, die bis 30. September eine bestimmte Mindestzahl von Covid-19-Fällen hatten. So soll berücksichtigt werden, wie stark eine Klinik von der Pandemie betroffen war. Denn die Krise wirkte sich unterschiedlich aus. Teils gab es besondere Vorbereitungen und Belastungen wegen Corona-Patienten in Intensivstationen. Eine Reihe anderer Behandlungen wurde aber auch ausgesetzt oder verschoben.

GKV-Vorstandsmitglied Stefanie Stoff-Ahnis sagte: "Wir sind dankbar für das große Engagement der Pflegerinnen und Pfleger bei der Versorgung von Corona-Patienten." Es gebe nun eine Lösung, die eine schnelle Auszahlung der Prämie an besonders belastete Pflegekräfte ermögliche. DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum sagte, das Konzept mache den Weg für eine steuerfreie Anerkennungsprämie frei.

Die 100 Millionen Euro sollen aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds kommen, in den die Beitragszahlungen der gesetzlich Versicherten fließen. Die beiden Verbände erklärten, dass eine gesonderte Beteiligung der privaten Krankenversicherung erwartet werde. Sie appellierten zudem an die Bundesländer, die Prämie auf bis zu 1.500 Euro aufzustocken. So ist es auch beim Corona-Bonus für die Altenpflege. Der Bundestag hatte Prämien von bis zu 1.000 Euro im Mai beschlossen. Die Kosten werden mit einer Milliarde Euro veranschlagt – tragen soll dies vorerst die Pflegeversicherung, der Bund hat aber einen Zuschuss angekündigt. Länder oder Arbeitgeber können den Bonus auf bis zu 1.500 Euro aufstocken, die steuerfrei bleiben würden.

Quelle: dpa


Anzeige:
Bevacizumab
 
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Corona-Bonus kommt auch für Pflegekräfte in Kliniken"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose