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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

17. September 2020 Chaos im Corona-Kampf: Doch keine Absperrung von Vierteln in Madrid

Peinliche Abstimmungspanne im spanischen Corona-Hotspot Madrid: Der stellvertretende Regionalminister für Gesundheit, Antonio Zapatero, wurde am Mittwoch zurückgepfiffen, nachdem er wenige Stunden zuvor wegen sprunghaft steigender Corona-Fälle die Absperrung besonders betroffener Wohnviertel der Hauptstadt angekündigt hatte. Noch sei, anders als von Zapatero mitgeteilt, überhaupt nichts entschieden, berichteten Blätter wie "El País" und "El Mundo" unter Berufung auf Sprecher von Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso.
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"Auch am Donnerstag oder am Freitag wird es noch keine Entscheidung" über eine eventuelle Verschärfung der Einschränkungen geben, hieß es. Man erwäge noch verschiedene Strategien. "El Pais" schrieb von einem "Kommunikationsdesaster". Es besteht die Sorge, dass Menschen nun aus den von der Pandemie am stärksten betroffenen Arbeitervierteln im Süden der Stadt fliehen werden.

Zapatero hatte am Vormittag vor Journalisten versichert, es werde ab dem Wochenende Absperrungen bestimmter Wohnviertel Madrids sowie weitere Maßnahmen für "Beschränkungen der Bewegungsfreiheit und für Versammlungen" geben. "Man muss so schnell wie möglich handeln", hatte er betont. Die Bürger seien zu nachlässig geworden.

Spanien ist das in Westeuropa am härtesten von der Corona-Pandemie getroffene Land. Erst am Vortag waren die Marken von 600.000 Infektionen und 30.000 Todesopfern überschritten worden. Die größten Sorgen bereitet aber die Lage in Madrid. Auf die autonome Region um die Hauptstadt mit ihren gut 6,6 Millionen Einwohnern entfielen am Dienstag mit 1.207 positiven Testergebnissen binnen 24 Stunden knapp 40% aller neuen Fälle. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen lag in der Hauptstadt nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums vom Dienstagabend bei knapp 339. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei 11.

Quelle: dpa


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