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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
17. Dezember 2015

Bundesweiter Aktionstag für ein #fairesPJ der Medizinstudierenden

Bundesweit haben Medizinstudierende im Rahmen einer Aktionswoche ein Zeichen für faire Ausbildungsbedingungen im Praktischen Jahr (PJ) gesetzt. Unter dem Motto #fairesPJ traten die Studierenden für bessere Lehre, eine faire Regelung der Krankheitstage und eine einheitliche Aufwandsentschädigung ein.

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Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) fordert die Politik auf, diese Forderungen in die derzeitige Diskussion rund um den "Masterplan Medizinstudium 2020" aufzunehmen.

Medizinstudierende in Berlin, Bonn, Erlangen, Frankfurt am Main und München veranstalteten am 08.12.2015 einen städteübergreifenden Aktionstag an ihren Fakultäten, an dem insgesamt über tausend Studierende teilnahmen. Gemeinsam mit Vertretern aus der Lehre, den Landesärztekammern, des Marburger Bundes sowie des Hartmannbundes diskutierten die Studierendenvertreter ihre Forderungen im Rahmen von Debatten und Podiumsdiskussionen.

Einen Schwerpunkt legten die Studierenden dabei auf die bisher bundesweit noch sehr inhomogen umgesetzte Aufwandsentschädigung. Das Spektrum reicht von in Berlin gezahlten 0€, über 300€ in z.B. Frankfurts Lehrkrankenhäusern bis hin zum bundesweit punktuell gezahlten BAföG-Höchstsatz.

Ein Großteil der Studierenden ist im Praktischen Jahr in einer finanziellen Notlage

Die OrganisatorInnen des PJ-Projektes der bvmd beriefen sich in ihren Forderungen auf eine eigens erstellte bundesweite Umfrage zu den Ausbildungsbedingungen im PJ, an der bereits über 6000 Studierende teilgenommen haben. Die Ergebnisse sind alarmierend: Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung im Krankenhaus bleibt den Studierenden in der Regel keine Zeit mehr für einen Nebenjob. Infolgedessen sehen sich knapp 3/4 der Studierenden dazu gezwungen, größere Unterstützung durch ihre Familien in Anspruch zu nehmen, auf Erspartes zurückzugreifen oder einen Kredit aufzunehmen.
Die bvmd sieht in der finanziellen Bedrängnis der Studierenden eine klare Gefährdung des Patientenwohls, denn eine drohende Überarbeitung der Studierenden, die versuchen dennoch Nebenjob und PJ unter einen Hut zu bekommen, scheint vorprogrammiert.

Rahmenbedingungen für gute Lehre im Praktischen Jahr sollen festgelegt werden


Das Praktische Jahr ist als letzter Abschnitt der ärztlichen Ausbildung eigentlich dazu da, ärztliche Fertigkeiten und klinisches Wissen zu vertiefen. Durch die uneinheitliche Regelung der lernfreien Zeit im PJ ist diese Möglichkeit jedoch nicht immer gegeben. Erste Ergebnisse der Umfrage zeigen beispielsweise, dass 58% der befragten Studierenden eine lernfreie Zeit von bis zu 8 Stunden pro Woche für angemessen halten, während einem Großteil in der Realität lediglich bis zu vier Stunden pro Woche zur Verfügung stehen.
Die bvmd spricht sich dafür aus, dass Studierenden ermöglicht wird, unter Supervision eigene Patienten zu betreuen. Darüber hinaus sollen sie strukturiertes Feedback über den individuellen Lernfortschritt durch einen Mentor oder eine Mentorin erhalten.

Die rigide und inhomogene Krankheitstage-Regelung übt Druck auf Studierende aus

Des Weiteren wurde über die Handhabung der Fehltage diskutiert. Aktuell gilt bundesweit die gesetzliche Vorgabe, dass Krankheitstage von den regulären Fehltagen abgezogen werden. Eine solche Regelung scheint im Jahr 2015 nicht mehr zeitgemäß. Die Umfrage zeigt darüber hinaus, dass die Regelung in der Mehrheit der Fälle sowieso keine konsequente Anwendung findet. Nach Meinung der bvmd ist es an der Zeit die Theorie der Praxis anzupassen und eine flexiblere Regelung zu schaffen. Dies betrifft auch einzelne landesweite Regelungen wie zum Beispiel in Bayern, wo die Studierenden im Falle eines "gesplitteten" Tertials (1 Tertial = 4 Monate) keinen einzigen Fehltag in den jeweiligen Abschnitten nehmen dürfen. Diese Regelung ist nach Ansicht der bvmd insbesondere im Krankheitsfall untragbar, da erkrankte Mitarbeiter eine Ansteckungsgefahr für Patienten bedeuten.

Die bvmd fordert Bund und Länder auf, im Rahmen der Überarbeitung der Approbationsordnung eine Aufwandsentschädigung in bundesweit einheitlicher Höhe vorzuschreiben. Ferner müssen verbindliche Rahmenbedingungen für die Lehre im PJ festgelegt werden. Zu guter Letzt sind Fehl- und Krankheitstage eindeutig zu regeln, sodass Studierenden im Krankheitsfall kein Nachteil entsteht.

Quelle: Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V.


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