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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
29. September 2020

Bund schlägt Fieberambulanzen bei erwarteter Grippewelle vor

Der Bund hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und der gleichzeitig zu erwartenden Grippewelle in der Herbst- und Winterzeit den Einsatz von Fieber-Ambulanzen vorgeschlagen. In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf einer Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Dienstag heißt es, Bund und Länder sollten zeitnah ein Konzept vorlegen, wie eine Überlastung vor allem von Krankenhäusern und Hausarztpraxen verhindert werden könnten.
Ein solches Konzept sollte die Möglichkeiten von Fieber-Ambulanzen, Schwerpunktsprechstunden und Schwerpunktpraxen ausloten. Zugleich sollten sich gerade auch Risikogruppen vorsorglich gegen die saisonale Grippe impfen lassen.

Derzeit empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (RKI) die saisonale Influenzaimpfung ab einem Alter von 60 Jahren, für Menschen mit Grunderkrankungen, für Schwangere, Bewohner in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie für medizinisches Personal und beruflich besonders Exponierte.

Weiter sollen die Länder nach dieser Vorlage bereits vor Erreichen einer Infiziertenzahl von 50 pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen ein "geeignetes Frühwarnsystem einrichten, um möglichst ein Überschreiten dieser Inzidenz zu vermeiden". Die Landesgesundheitsbehörden sollten darüber das RKI informieren. Der Begriff einer Corona-Warnampel, wie sie die Ministerpräsidenten von NRW und Bayern, Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU), ins Gespräch gebracht hatten, wurde nicht erwähnt.

In dem Papier heißt es: "Angesichts der sinkenden Temperaturen, des vermehrten Aufenthalts in geschlossenen Räumen in der Herbst- und Winterzeit sowie der drohenden Grippesaison müssen wir jetzt besonders vorsichtig sein." Dies gelte gerade im Bereich der Freizeitgestaltung und privaten Feiern, die sich zuletzt als maßgebliche Ursachen für regionales Infektionsgeschehen gezeigt hätten. Die Kanzlerin und die Regierungschefs der Länder sollen nach dem Entwurf nachdrücklich an alle Bürgerinnen und Bürger appellieren, bei Bar-, Restaurant- und Veranstaltungsbesuchen durch Angabe richtiger und vollständiger Personendaten und Kontaktinformationen ein schnelles Erkennen und Eindämmen von Corona-Ausbrüchen zu unterstützen.

Quelle: dpa


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