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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
26. Juni 2013

Budgetierungen und Quotierung von Laborleistungen sind der falsche Weg

Mit einer Sonderveranstaltung protestiert heute in Berlin der Berufsverband Deutscher Laborärzte e.V. gegen Absenkungen der Laborvergütung und dauerhafte Mittelabflüsse. Hierzu erklärt Dr. Martin Walger, Geschäftsführer des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH): "Die Rahmenbedingungen für die Labormedizin sind zunehmend restriktiv". So sind inzwischen die Kostenerstattungen im Laborkapitel des EBM auf unter 90% abgesenkt worden. Immer mehr Laborleistungen werden zusätzlich budgetiert.

Aus Sicht des Verbandes sind solche Quotierungen weder sinnvoll noch wirtschaftlich begründet. Der VDGH weist darauf hin, dass der Anteil der GKV-Ausgaben für das Labor seit 1997 stetig sinkt und inzwischen unter 3% liegt. "Die Laboratoriumsmedizin steuert in großem Umfang die gesamte medizinische Versorgung. Sie ist effizient und in hohem Maße innovativ. Die Produkte und Dienstleistungen der Diagnostika-Industrie tragen dazu maßgeblich bei. Die Labormedizin darf aber honorarpolitisch nicht länger  ein Selbstbedienungsladen sein", sagt Walger. "Sie kann auch nicht dafür herhalten, Reparaturbetrieb für Unzulänglichkeiten in der vertragsärztlichen Vergütung zu sein." Der Verband fordert: Wenn Systemeingriffe erfolgen, ist ihre Notwendigkeit transparent zu machen. Maßnahmen müssen die Versorgungsrealität berücksichtigen, verursachergerecht und verhältnismäßig sein. Laborärzte und Diagnostika-Industrie erwarten planbare Rahmenbedingungen.
 
Gleichzeitig kritisiert der VDGH-Geschäftsführer den Innovationsstau in Deutschland, bedingt durch die Verfahren im Gemeinsamen Bundesausschuss und im Bewertungsausschuss: "Das Verfahren zur Beurteilung von Laborinnovationen für den EBM hat seine Ziele bislang verfehlt und bedarf einer grundsätzlichen Überarbeitung. Patienten warten immer noch unnötig lange auf neue Untersuchungsmethoden."
 

 

 

Quelle: VDGH - Verband der Diagnostica-Industrie e. V.


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