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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
06. September 2012

BNHO: "Kampfansage dem Kassendiktat"

Der Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland – BNHO e. V. warnt vor einer Medizin, die immer stärker dem Diktat der Krankenkassen folgt und immer weniger auf die Interessen der Patientinnen und Patienten Rücksicht nimmt. Die minimale Honorarerhöhung bei niedergelassenen Ärzten um angestrebte 0,9 Prozent ist auch in der ambulanten Onkologie nicht annähernd angemessen. Der BNHO erwägt, sich an weitergehenden gemeinsamen Aktionen der Vertragsärzteschaft aktiv zu beteiligen.

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"Die zurückliegenden Honorarverhandlungen belegen erneut, dass die Krankenkassen keinerlei Interesse mehr an dem bewährten, kooperativen Modell der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten und Kostenträgern haben", betont der BNHO-Vorsitzende PD Dr. Stephan Schmitz. Die Art und Weise, wie die Krankenkassenseite die Honorarverhandlungen mit einer nicht zu rechtfertigenden Forderung nach einer Absenkung der vertragsärztlichen Vergütung von vornherein zu diktieren versucht hat, zeigt nach Auffassung des BNHO den mittlerweile völlig unverhohlenen Machtanspruch, den die Kassenoberen an den Tag legen.

"Als Ärzte müssen wir uns dieser Arroganz der Macht entgegenstellen und gemeinsam Flagge zeigen, damit die Qualität der ambulanten Versorgung in Deutschland auch in Zukunft auf hohem Niveau bleibt. Von einer durch die Krankenkassen diktierten Medizin haben die Patientinnen und Patienten jedenfalls gar nichts", so Schmitz. Die sogenannte Honorarerhöhung um 0,9 Prozent, die der erweiterte Bewertungsausschuss (EBA) im Rahmen eines Schiedsverfahrens gegen die Stimmen der Ärztevertreter beschlossen hat, ist angesichts der aktuellen Inflationsrate in Wahrheit eine Minusrunde, die gerade in der Onkologie die Struktur der Versorgung gefährdet. Steigende Patientenzahlen und die zunehmende Morbidität der Patienten bleiben genauso unberücksichtigt wie der wachsende Dokumentationsaufwand und die wiederholten Lohnsteigerungen beim Praxispersonal in den letzten Jahren.

"Mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses kann eine funktionierende ambulante vertragsärztliche Versorgung von Krebspatienten in Deutschland nicht mehr aufrecht erhalten werden. Anstelle einer Wertschätzung und entsprechenden Honorierung unserer ärztlichen Leistung müssen wir uns diffamieren lassen. Die Grenze ist erreicht", so Schmitz. Der BNHO ruft alle Ärzte dazu auf, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Der Berufsverband erwägt seinen Mitgliedern zu empfehlen, sich an gemeinsamen Aktionen der Vertragsärzte aktiv zu beteiligen.

Quelle: BNHO e.V.


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