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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
24. Juni 2013

bng: In Zukunft ohne Fachärzte für Innere Medizin? Betreuung von chronisch Kranken wird bald eingestellt

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat die Einführung einer Pauschale für die Fachärztliche Grundversorgung (PFG) beschlossen, um die fachärztliche ambulante Versorgung sicherzustellen. So sollen "konservativ tätige bzw. eher betreuungsintensiv arbeitende fachärztliche Grundversorger" besonders gefördert werden.

Am 26.05.2013 hat die KBV völlig überraschend und unverständlich ihren eigenen Beschluss vom 26.02.2013 aufgehoben und beschlossen, dass die fachärztlichen Internisten die Pauschale nicht bekommen dürfen. In vorauseilendem Gehorsam hat sie sich damit dem Druck des Spitzenverbandes der Krankenkassen gebeugt. Hintergrund ist, dass die Kassen kein Geld zur Verfügung stellen wollen. Die fachärztliche Innere Medizin ist jetzt das einzige patientenbehandelnde Fachgebiet, das aus der fachärztlichen Grundversorgung ausgeschlossen wird.
Nach Definition der KBV und der Kassen sind Internisten also nicht konservativ tätig und arbeiten nicht betreuungsintensiv - beides absurde Behauptungen über das Fachgebiet der Inneren Medizin. Die Betreuung von chronisch kranken Patienten durch Internisten wird offensichtlich für entbehrlich gehalten. Die sehr zeitaufwändige, „sprechende Medizin“ kann aber nicht geleistet werden, wenn sie nicht honoriert wird.
Die Versorgung der Patienten, z.B. mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und chronischen Leberkrankheiten muss also zukünftig von den Hausärzten ohne fachärztliche Unterstützung der Spezialisten für Magen-Darm- und Leberkrankheiten, der Gastroenterologen, durchgeführt werden. Für die notwendigen Untersuchungen und Behandlungen, die bisher ambulant durchgeführt werden konnten, werden die Patienten dann notwendigerweise häufiger als bisher in ein Krankenhaus eingewiesen werden müssen.

Ohne Zweifel wird sich die Situation für die Patienten erheblich verschlechtern. Das ist weder im Interesse der Patienten noch der Hausärzte. Im Interesse der fachärztlichen Internisten ist es auch nicht. Diese möchten ihren Versorgungsauftrag gerne weiter ausüben. Die Internisten werden ihre Patienten und die Selbsthilfegruppen entsprechend informieren und hoffen, dass gemeinsam eine Änderung der Situation erreicht werden kann.

Quelle: bng


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