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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
13. Juni 2016

Blutspender und Laborärzte retten gemeinsam Leben

Der Berufsverband Deutscher Laborärzte (BDL) und die Deutsche Vereinte Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) rufen anlässlich des bevorstehenden Weltblutspendetages (14. Juni) zu Blutspenden auf. In Verbindung mit der hochkomplexen qualitätsgesteuerten Diagnostik der Laborärztinnen und Laborärzte könne jede Blutspende Leben retten.

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BDL und DGKL machen anlässlich des Weltblutspendetages auf eine Empfängergruppe von Blutspenden aufmerksam, die weitgehend aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwunden ist: Patienten mit angeborenen Gerinnungsstörungen. Etwa jedes viertausendste Neugeborene leidet an einer solch schweren Gerinnungsstörung, bei der einer der Gerinnungsfaktoren fehlt. Die meisten dieser Patienten sind nicht nur lebenslang auf freiwillige Blutspenden angewiesen, sondern auch auf die richtige Diagnostik und Therapieempfehlung durch die Fachärzte für Laboratoriumsmedizin: Bis vor 50 Jahren verstarben sie regelmäßig vor dem 12. Lebensjahr an akuten Blutungen und den Folgen der Gelenkblutungen. Seit Entwicklung der Therapie mit aus Spendeblut und teilweise auch aus gentechnologisch gewonnenen Gerinnungsfaktoren können sie  fast eine normale Lebenserwartung erreichen.

Die Therapie ist jedoch diffizil und sehr teuer. Sie erfordert eine enge und präzise Überwachung durch den Laborarzt. Dazu gehören die gründlichen Untersuchungen des Spendeblutes, um die Übertragung von Viruserkrankungen wie Hepatitis oder HIV auszuschließen, und regelmäßige Untersuchungen der Patienten auf die Aktivität der Gerinnungsfaktoren und die Entwicklung von Hemmkörpern. Nur anhand dieser Gerinnungsuntersuchungen können die Medikamente so dosiert werden, dass die Patienten ausreichend vor Blutungen geschützt sind und gleichzeitig das freiwillig gespendete Blut zum Nutzen möglichst vieler Menschen verwendet werden kann. Zugleich halten Laborärzte mit ihrer Arbeit die Kosten für die Gerinnungsmedikamente in Grenzen, sodass sie von der Solidargemeinschaft finanziert werden können. Durch die sehr hohe Qualität und Standardisierung der Laboruntersuchungen in Deutschland und die hohe Verfügbarkeit aufgrund der regionalen Laboratorien stehen diese ärztlichen Leistungen so auch Patienten mit seltenen Erkrankungen - wie Menschen mit schweren Gerinnungs-störungen - bedarfsgerecht zur Verfügung.

Die Fachärzte für Laboratoriumsmedizin sind eine der kleinsten Arztgruppen. Die aktuelle Statistik der Bundesärztekammer zählt 1.090 berufstätige Laborärzte. Allerdings haben sie eine zentrale Bedeutung. Für 400 von 1.000 Patienten werden Laboruntersuchungen vom behandelnden Arzt angefordert. Mithilfe der Laborergebnisse werden nicht nur Krankheiten diagnostiziert oder Diagnosen bestätigt, sie dienen auch der Krankheitsvorbeugung und der Therapiekontrolle. Die gesetzlichen Krankenkassen wenden für Labormedizin rund 3% ihrer Mittel auf.

Quelle: BDL, DGKL


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