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Biographisches Archiv der Psychiatrie geht online

Nach gut zwei Jahren Entwicklungszeit ist das Biographische Archiv der Psychiatrie (BIAPSY) jetzt online. Zum Start sind 130 biographische Einträge rund um prägende Persönlichkeiten aus der Geschichte der Psychiatrie zu finden.

Entwickelt wurde das neuartige Online-Archiv an der Hochschule Niederrhein unter der Leitung von Professor Dr. Burkhart Brückner am Fachbereich Sozialwesen. Finanziell möglich wurde das Projekt durch das Förderprogramm für die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften des Landes Nordrhein-Westfalen.

In dem Online-Archiv unter der Webadresse www.biapsy.de sind werden einerseits Persönlichkeiten aus der Wissenschaft vorgestellt, andererseits berücksichtigt es aber auch Patienten und ihre Angehörigen. "Nach dem Prinzip der "Geschichte von unten" dokumentieren wir ebenfalls die Sichtweisen von psychiatrieerfahrenen Personen. So verbinden wir Professionsbiographik und Patientengeschichtsschreibung", erklärt Brückner den partizipativen Ansatz seines Teams.

Welche Rolle spielen die Patienten in der Geschichte der Psychiatrie? Welche Persönlichkeiten sind prägend gewesen? Warum wird jemand Psychiater oder Psychotherapeut? Dies sind typische Fragen, die beim Verfassen der kurz gefassten Biographien im Mittelpunkt standen. "Wir wollen den sozialgeschichtlichen Zusammenhang solcher Fragestellungen mit berücksichtigen", berichtet Brückner. "Besonderes Augenmerk lag auf der Sicherung der wissenschaftlichen Qualität. Unsere Quellen und Texte entsprechen medizinhistorischen Standards", so Brückner weiter.

Der zeitlich früheste Artikel in dem Online-Archiv handelt von der englischen Mystikerin Margery Kempe aus dem Spätmittelalter. Aber der Schwerpunkt liegt auf Personen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Ein weiteres Kriterium: Aufgenommen werden in der Regel seit mindestens zwei Jahren verstorbene Personen. Rund 40% der vorhandenen Biographien wurden darüber hinaus ins Englische übersetzt.

Zu den prominentesten der im Archiv geführten Personen gehören Vincent van Gogh, Sigmund Freud, Karl Jaspers, Carl Rogers oder Emil Kraepelin. Sichtweisen von Betroffenen dokumentieren unter anderem Artikel über den Briten James Carcasse aus dem 17. Jahrhundert, den deutschen Autor Friedrich Krauß aus dem 19. Jahrhundert oder Anna Pauline Bleuler, eine Schwester des Schweizer Arztes Eugen Bleuler, der 1911 den Ausdruck "Schizophrenie" prägte und Angehöriger war. Brückner nennt auch die Italienerin Adalgisa Conti: "Sie verbrachte ab 1914 insgesamt 65 Jahre in der psychiatrischen Anstalt von Arezzo; ihr Schicksal ist exemplarisch für die Verhältnisse in diesen Institutionen bis zu den Reformen ab Mitte der siebziger Jahre."

In der Zukunft soll das Archiv weiter wachsen. "BIAPSY ist offen für Vorschläge und weitere Beiträge. Der Anfang ist gemacht und jeder, der  kompetent ist, kann eine passende Biographie bei uns einreichen. Wir werden die Texte prüfen und bei gesicherter Qualität online stellen", erklärt Brückner. "Möglicherweise können wir auch private Spenden oder neue Fördermittel für die Forschung akquirieren, um das Biographische Archiv der Psychiatrie weiter auszubauen", so der Professor weiter.

Quelle: Hochschule Niederrhein


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