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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE

26. September 2020 BfArM veröffentlicht endgültige Fassung der ICD-10-GM 2021

Das BfArM hat die endgültige Fassung der ICD-10-GM Version 2021 (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification) veröffentlicht. Die ICD-10-GM bildet zusammen mit dem Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS) die Basis für die Entgeltsysteme in der ambulanten und stationären Versorgung. In die neue Version flossen 46 Vorschläge ein, zumeist von medizinischen Fachgesellschaften, Fachleuten aus der Ärzteschaft, Krankenkassen und Kliniken sowie aus weiteren Organisationen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen.
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Diagnosen müssen im ambulanten und stationären Bereich nach der ICD-10-GM verschlüsselt werden. Die Verschlüsselung erfolgt auf der Basis des Systematischen Verzeichnisses der ICD-10-GM. Das zugehörige Alphabetische Verzeichnis mit seiner umfangreichen Sammlung an Krankheitsbezeichnungen und Synonymen erleichtert die Arbeit in der Praxis. Ärzte und Dokumentare in Krankenhäusern sind verpflichtet, bei der Kodierung die Deutschen Kodierrichtlinien (DKR) in der jeweils gültigen Fassung zu berücksichtigen; für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen gelten die Deutschen Kodierrichtlinien für die Psychiatrie/Psychosomatik (DKR-Psych). Die Kodierrichtlinien werden von den Selbstverwaltungspartnern gemeinsam vereinbart.
 
Seit Version 2019 gibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) keine regelmäßigen Aktualisierungen mehr für die ICD-10 heraus. Jedoch werden von der WHO nicht belegte Schlüsselnummern bei Bedarf mit Inhalt belegt und in ggf. modifizierter Form in die ICD-10-GM übernommen. Zudem werden bei Bedarf neue nicht belegte Schlüsselnummern als Platzhalter für zukünftige Anforderungen eingeführt. Für die ICD-10-GM 2021 kommt beides zum Tragen.
 
Wichtige inhaltliche Änderungen in der Version 2021:
 
  • Toxische Enzephalopathie: Einführung neuer 4-Steller zur spezifischen Kodierung einer toxischen Enzephalopathie unter Immuntherapie.
  • Sonstige näher bezeichnete Krankheiten der Arterien und Arteriolen:  Einführung neuer 5-Steller zur spezifischen Kodierung eines penetrierenden Aortenulkus [PAU].
  • Divertikelkrankheit des Darmes: Anpassung der Schlüsselnummern an die Terminologie der WHO-Fassung, Streichung von Kodes, bei denen eine Divertikelkrankheit mit Perforation / Abszedierung der Kategorie "Divertikulose" zugeordnet war und Überleitung auf die entsprechenden Kodes der Kategorie "Divertikulitis".
  • Akute Peritonitis: Einführung neuer 5-Steller zur spezifischen Kodierung einer spontanen bakteriellen Peritonitis [SBP].
  • COVID-19: Aufnahme von durch die WHO mit Inhalt belegten Schlüsselnummern in modifizierter Form, sowie Belegung einer weiteren nicht belegten Schlüsselnummer für die Testung auf eine Infektion mit SARS-CoV-2.
 
Der Kommentar im Vorspann des Systematischen Verzeichnisses erläutert wichtige Neuerungen in den einzelnen Kapiteln. Alle Änderungen im Detail sind in derAktualisierungsliste enthalten. Die Differenzliste enthält die Änderungen der endgültigen Fassung gegenüber der Vorabfassung.
 
Das Alphabetische Verzeichnis zur ICD-10-GM 2021 wird an die Änderungen im Systematischen Verzeichnis angepasst und in Kürze ebenfalls veröffentlicht.
 
Über unterjährige Fehlerkorrekturen und Aktualisierungen wird auf der Internetseite im Bereich Klassifikationen informiert: www.bfarm.de/Klassifikationen_ICD

Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)


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