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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
11. Januar 2017

Hartmannbund kritisiert Bertelsmann-Studie zur PKV

Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, hat die Studie der Bertelsmann-Stiftung über vermeintliche Effekte einer Überführung von Beamten von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung als „in hohem Maße unseriös“ bezeichnet. Mit Blick auf den Anspruch der Stiftung an Seriosität und Glaubwürdigkeit sei es geradezu erschreckend, wie die Studie auf Basis mehr oder weniger willkürlich gegriffener Zahlen Einspareffekte generiere und leichtfüßig mit Milliardenbeträgen jongliere, so Reinhardt.
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„Dass diese Studie pünktlich zum Auftakt des Wahljahres 2017 präsentiert wird, kann angesichts der bevorstehenden politischen Debatte um die Zukunft der Privaten Krankenversicherung wohl kaum als Zufall bezeichnet werden“, sagte Reinhardt. Nachdem allerdings sowohl die SPD, als auch die DGB-nahe Hans-Böckler-Stiftung zuletzt realistischere Töne rund um die politisch propagierte Abschaffung der Privaten Krankenversicherung (PKV) angeschlagen hätten, stelle die Initiative der Bertelsmann-Stiftung einen Rückfall in eine eher demagogisch–populistische Diskussionskultur rund um die Zukunft der Privaten Krankenversicherung dar. In diese Kategorie falle nicht nur das völlige Ausblenden rechtlicher Zusammenhänge mit Blick auf die empfohlene Verschiebung von Beamten in die gesetzliche Krankenversicherung, sondern zum Beispiel auch der fehlende Hinweis darauf, dass Einsparungen in Milliardenhöhe im Wesentlichen nur zu Lasten der im Gesundheitswesen tätigen Akteure von der Pflege bis zur Ärzteschaft möglich wären. Nicht zufällig hatte kürzlich die Böckler-Stiftung auf den drohenden Verlust von 60.000 Arbeitsplätzen im Gesundheitswesen durch eine Abschaffung der PKV gewarnt. Einen derartigen Hinweis suche man in der Bertelsmann-Studie ebenso vergeblich, wie den auf die enorme Wertschöpfung des bestehenden dualen Gesundheitssystems.
 
Reinhardt: „Besonders ärgert es mich, dass die Studie mit ihrer eindimensionalen und unreflektierten Betrachtungsweise offensichtlich auf die intellektuelle Unzulänglichkeit ihrer Empfänger setzt. Der mit der Studie erweckte Eindruck, dass das gesetzliche Krankenversicherungssystem dem privaten im Hinblick auf Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit überlegen ist, lässt sich nämlich nur unter stabilen demografischen Verhältnissen und damit auf Basis eines ungedeckten Wechsels in die Zukunft aufrecht erhalten. Im privaten Krankenversicherungssystem finden dagegen seriöse, auf das Individuum bezogene versicherungsmathematische Kalkulationen statt.“

Quelle: Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e.V.


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