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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
18. Juni 2012

BDI weist Kassen-Angriff auf Krankenhäuser zurück – Wesiack: „Unterstellungen statt Fakten“

Den Krankenhäusern und den dort behandelnden Ärzten wird vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen unterstellt, dass sie aus ökonomischen Gründen lukrative Eingriffe vornehmen. Wenn die Kassen einen so ungeheuerlichen Vorwurf erheben, darf man erwarten, dass die Behauptungen auch belegt sind.

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Gestützt wird der Vorwurf auf ein Gutachten, dass der Spitzenverband beim Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Auftrag gegeben hat. Das RWI stellt fest, dass von 2006 bis 2010 pro Jahr 3,1 % mehr Geld angefordert wurde und dass die Fallzahl um 2 % pro Jahr gestiegen ist. Es wird behauptet, dass dies durch die Demographie nicht belegt sei, obwohl demographische Daten nicht angegeben werden. Medizinische Argumente werden gar nicht erst in Betracht gezogen.

Der Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten, BDI e.V., Dr. Wolfgang Wesiack, weist die pauschalen Verdächtigungen und Unterstellungen entschieden zurück. Die in dem Gutachten gemachten Aussagen beruhten im Wesentlichen auf Annahmen, nicht auf belegbaren Daten.

Die Kritik des Gutachtens macht sich insbesondere an der Versorgung von Herz-Kreislauf-Krankheiten und an Gelenkoperationen fest.  Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Spitzenverbandes, geht davon aus, dass diese Mengenentwicklung medizinisch nicht notwendig sei. Rückfragen beim Spitzenverband, wie diese Behauptung aufgrund der Datenlage begründet werden kann, sind bisher nicht ausreichend beantwortet worden.

Der BDI hat in der letzten Zeit mehrfach klar gemacht, dass er auf die Dauer eine rein ökomische Betrachtung unseres Gesundheitswesens für hoch gefährlich hält. Es gibt eine Reihe von Gründen, warum die hier angesprochenen Leistungen in unserer Gesellschaft häufiger angewandt werden. Die Operationsverfahren, insbesondere in der Gelenkchirurgie, dienen einer Verbesserung der Lebensqualität. Die Indikationsstellung hat sich durch schonendere Operationstechniken und reduzierte Operationsrisiken entsprechend verändert. Hinzu kommt der verständliche Wunsch einer älter werdenden Bevölkerung: man möchte auch in hohem Alter noch beweglich bleiben und seine Lebensqualität erhalten.

All diese Überlegungen bleiben in dem Gutachten unberücksichtigt. Dafür ist das ordnungspolitische Ziel aber eindeutig. Man möchte auf Dauer die Krankenhauskosten für die Krankenkassen festschreiben. Damit wird eine Rationierung von Leistungen eingeleitet, die mal wieder der Arzt gegenüber dem Patienten medizinisch begründen soll. Dies wird vom BDI entschieden abgelehnt.

Quelle: Berufsverbands Deutscher Internisten


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