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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
03. März 2017

Behandlungsfehler: 24% mehr Verdachtsfälle in Bayern

In Bayern wurden 2016 insgesamt 536 vermutete Behandlungsfehler bei der Techniker Krankenkasse (TK) gemeldet. Das sind 104 Fälle mehr als im Vorjahr. Damit folgt Bayern dem Bundestrend: In ganz Deutschland verzeichnet die TK einen Anstieg der Verdachtsfälle um rund ein Viertel auf 4.400 Fälle in 2016. "Wir haben unsere Versicherten im vergangenen Jahr besonders intensiv darüber informiert, was sie tun können, wenn sie einen Fehler vermuten", sagt Christian Bredl, Leiter der TK in Bayern. Das erkläre den merklichen Anstieg der gemeldeten Fälle. Die Versicherten hätten sowohl den TK-Online-Lotsen für Behandlungsfehler als auch die extra eingerichtete Beratungshotline vermehrt in Anspruch genommen.
Die meisten Fälle kommen aus der Chirurgie

Besonders viele Verdachtsfälle verzeichnet die TK in Bayern im chirurgischen Bereich. Hier wurden der Krankenkasse 160 Fälle gemeldet. Auf Platz zwei landeten die Zahnmedizin mit 69 Verdachtsfällen, gefolgt von Orthopädie (58) und Allgemeinmedizin (48). Im vergangenen Jahr hat die TK 14 Millionen Euro von Ärzten und Kliniken für die Folgekosten von Fehlbehandlungen zurückgefordert.

Nicht jeder Verdacht ist auch ein Fehler

Nicht jeder Verdachtsfall bestätigt sich im Verlauf einer Überprüfung. "Für die Patienten ist es kaum zu erkennen, ob ein Krankheitsverlauf schicksalshaft ist oder ob es sich tatsächlich um einen Fehler handelt", sagt Bredl. Patienten, die einen Fehler bei ihrer Behandlung vermuten, sollten zunächst mit ihrem Arzt sprechen. Wichtig ist, dass die Krankengeschichte genau dokumentiert ist. Patienten sollten deshalb in einem Gedächtnisprotokoll festhalten, wie die Behandlung ablief und welche Ärzte und Pfleger beteiligt waren.

TK bietet Versicherten Hilfestellung

Die TK unterstützt ihre Versicherten mit einer Beratungshotline (040 - 46 06 61 21 40), einem Online-Lotsen (www.tk.de, Webcode 132622) und einer Beratungsbroschüre (Webcode 821320). Sollte sich der Verdacht erhärten, kann die Krankenkasse medizinische Gutachten erstellen lassen. Diese sind für die Versicherten in der Regel kostenfrei und können von ihnen auch für Schadensersatz-Verhandlungen mit dem Arzt, dem Krankenhaus, der zuständigen Haftpflichtversicherung oder vor Gericht genutzt werden. Beschreitet die TK den Klageweg, übernimmt sie für den Versicherten die Vorreiterrolle im gerichtlichen Verfahren. Der Versicherte kann den Ausgang des Prozesses abwarten und dadurch einschätzen, ob eine eigene Klage Aussicht auf Erfolg hat.

Quelle: Techniker Krankenkasse Landesvertretung Bayern


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