Samstag, 31. Juli 2021
Navigation öffnen
Anzeige:
Lenvima
Lenvima
 
Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
29. März 2017
Seite 1/2

Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt

Durch den Klimawandel steigen nicht nur die Temperaturen - auch der Wasserhaushalt verändert sich. Niederschlag, Verdunstung und Grundwasserneubildung werden in Zukunft einem neuen Rhythmus gehorchen. Welche Folgen diese Veränderungen für Wasserstände, Ökosysteme, aber auch für Nutzer wie etwa die Landwirtschaft haben, haben Forscher des Climate Service Center Germany (GERICS) in einem neuen Bericht zusammengestellt. Unter den Autoren ist Stefan Hagemann vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg.
Der Rekordsommer 2003 ist vielen Menschen noch gut im Gedächtnis: Während einer Hitzewelle in der ersten Augusthälfte stiegen die Temperaturen an einigen Orten in Deutschland auf über 40 Grad Celsius, viele Menschen litten unter der extremen Wärme. Da das ganze Jahr über nur wenig Niederschlag gefallen war, sanken die Wasserpegel in Flüssen und Talsperren im Spätsommer teils drastisch ab. Auf einigen Abschnitten der Elbe und der Donau musste die Schifffahrt eingestellt werden. Kernkraftwerke drosselten ihre Leistung, weil nicht genug Kühlwasser vorhanden war. Pflanzen vertrockneten auf den Feldern, und die Waldbrandgefahr stieg.

Die globale Erwärmung wird ähnliche Dürreperioden in Zukunft begünstigen, schreiben die Autoren der GERICS-Studie „Der Einfluss des Klimawandels auf die terrestrischen Wassersysteme in Deutschland“, die im Februar 2017 erschienen ist. Die Analyse fasst die Ergebnisse von 29 Einzelstudien zusammen, die zwischen 2009 und 2013 entstanden sind und sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt in Deutschland beschäftigen. Die sechs Autoren betonen, dass sie keine exakten Vorhersagen dazu treffen können, wie sich die Abflussmengen oder Wasserstände einzelner Flüsse entwickeln werden. Einige Trends und deren Folgen sind allerdings absehbar.

So zeigen Beobachtungen, dass die Niederschläge in Deutschland seit 1881 um 11% zugenommen haben – eine Entwicklung, die sich Prognosen zufolge fortsetzen wird. Fast überall in Deutschland regnet es im Winter deutlich mehr, teils ist die Niederschlagsmenge in der kalten Jahreszeit um 30% gestiegen. Im Sommer dagegen ist es in vielen Bundesländern sogar trockener geworden.

Längere Phasen mit niedigen Pegelständen

Als Folge werden sich auch die Pegelstände der großen Flüsse verändern, schreiben die Autoren. In den meisten Fließgewässern ist der Wasserstand bislang im Frühjahr zur Schneeschmelze am höchsten und im Sommer oder Herbst am niedrigsten. Generell gehen die Autoren davon aus, dass sich die Phasen mit niedrigen Wasserständen bis zum Ende des Jahrhunderts verlängern werden. Das hat beispielsweise Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt. Für die Elbe rechnen Hagemann und Kollegen ab dem Jahr 2050 mit einer schlechteren Schiffbarkeit im Sommer, vor allem in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. „Das Niedrigwasser wird früher eintreten, länger andauern und unter die üblichen Niveaus fallen“, heißt es in dem Bericht. Beim Rhein können die Forscher dagegen keinen Trend erkennen, und bei der Donau wird der Pegel in Zukunft wahrscheinlich schon im Spätsommer und nicht erst im Herbst seinen niedrigsten Stand erreichen – wegen der früheren Schneeschmelze.
 
Vorherige Seite

Anzeige:
Digital Gesamt 2021
Digital Gesamt 2021
 
Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2021
  • SCD: Häufigere und längere VOC-bedingte Krankenhausaufenthalte nach Vorgeschichte von VOC-Hospitalisierungen – Ergebnisse einer Beobachtungsstudie
  • Real-World-Daten des ERNEST-Registers untermauern Überlebensvorteil unter Ruxolitinib bei primärer und sekundärer Myelofibrose
  • I-WISh-Studie: Ärzte sehen TPO-RAs als beste Option, um anhaltende Remissionen bei ITP-Patienten zu erzielen
  • Phase-III-Studie REACH2 bei steroidrefraktärer akuter GvHD: Hohes Ansprechen auf Ruxolitinib auch nach Crossover
  • SCD: Neues digitales Schmerztagebuch zur tagesaktuellen Erfassung von VOCs wird in Beobachtungsstudie geprüft
  • Französische Real-World-Studie: Eltrombopag meist frühzeitig nach ITP-Diagnose im Rahmen eines Off-label-Use eingesetzt
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Französische Real-World-Studie bestätigt klinische Studiendaten zur Wirksamkeit von Midostaurin
  • CML-Management weitgehend leitliniengerecht, aber verbesserungsfähig – Ergebnisse einer Querschnittsbefragung bei britischen Hämatologen
  • Britische Real-World-Studie: Kardiovaskuläres Risikomanagement bei MPN-Patienten in der Primärversorgung nicht optimal
  • Myelofibrose: Früher Einsatz von Ruxolitinib unabhängig vom Ausmaß der Knochenmarkfibrose