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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
23. Mai 2018

Ausgabenbegrenzung trifft Ärzte vor allem bei der Behandlung von multimorbiden Versicherten

Wie verteilen sich die Ausgaben für die ambulante ärztliche Versorgung auf die gesetzlich Versicherten? Dieser Frage ist das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) in einer Auswertung von ärztlichen Abrechnungsdaten des Jahres 2015 nachgegangen. Es wurde hierfür nur die sogenannte morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) herangezogen, die einen wesentlichen Teil der ärztlichen Vergütung ausmacht, aber in ihrer Höhe gesetzlich begrenzt ist.
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Alle gesetzlich Versicherten (73 Mio.) wurden in zehn gleich große Gruppen (Dezile) aufgeteilt, so dass in jeder Gruppe 10% (7,3 Mio.) aller gesetzlich versicherten Personen vertreten sind. Insgesamt betrugen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für die vertragsärztliche Versorgung im Jahr 2015 etwa 35,6 Milliarden Euro, davon entfielen rund 24 Milliarden Euro auf die MGV. Das Zehntel der Versicherten mit dem geringsten Versorgungsaufwand beanspruchte 0,1% der MGV, das Zehntel mit dem höchsten Versorgungsaufwand verbrauchte 34,8% (rund 8,4 Milliarden Euro).

Aufgrund der gesetzlichen Ausgabenbegrenzung (Budgetierung) erhalten die Vertragsärzte und Psychotherapeuten allerdings nicht den vollen Gegenwert ihrer Arbeit erstattet. Über alle Fachgebiete hinweg werden etwa 10% der durchgeführten ärztlichen Leistungen nicht ausbezahlt, wobei es erhebliche Unterschiede je nach Fachgebiet und Region gibt. Für das Zehntel der Patienten, für die die meisten Leistungen durchgeführt wurden, mussten die Vertragsärzte mit knapp 1 Milliarde Euro auch absolut die höchsten Abzüge hinnehmen. Damit trifft die gesetzliche Ausgabenbegrenzung insbesondere die Vertragsärzte, wenn sie Patienten behandeln, die aufgrund von Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität) häufig auf ärztliche Hilfe angewiesen sind. In der privaten Krankenversicherung existiert eine gesetzliche Ausgabenbegrenzung nicht.

Die Auswertung erfolgte im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Die KBV setzt sich für eine Aufhebung der Ausgabenbegrenzung insbesondere für die ärztlichen Grundleistungen ein.

Quelle: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi)


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