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Gesundheitspolitik von JOURNALMED.DE
22. Mai 2017

Ärztekammer-Präsidentin kritisiert teils exorbitante Preise für Arzneimittel gegen Krebserkrankungen

„Die Versorgung von krebskranken Menschen darf nicht zum Spielball für marktwirtschaftliche Tricksereien werden“, fordert Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer. Am 15. Mai hat die Wettbewerbskommissarin der Europäischen Union, Margrethe Vestager, eine offizielle Untersuchung gegen den südafrikanischen Hersteller Aspen Pharma wegen des Verdachts auf überhöhte Preise eingeleitet. Es geht um spezifische Präparate zur Behandlung von onkologischen Erkrankungen.
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Der Konzern hatte seine Preise für die Wirkstoffe Chlorambucil, Melphalan, Mercaptopurin, Tioguanin und Busulfan plötzlich um mehrere hundert Prozent erhöht und in einigen EU-Ländern damit gedroht, die Mittel vom Markt zu nehmen, um die höheren Preise durchzusetzen. Das berichtete der "General-Anzeiger" auf seiner Website. In einigen Fällen habe Aspen Pharma das auch bereits umgesetzt. „Wenn diese Präparate tatsächlich zeitweise vom Markt verschwinden, haben Onkologen weniger Behandlungsoptionen. Diese Tricksereien zu Lasten der Versorgung von Patienten gilt es unbedingt zu verhindern.“, mahnt die Ärztekammerpräsidentin und bekräftigt damit eine Forderung des 119. Deutschen Ärztetags, welcher sich bereits vor einem Jahr in Hamburg kritisch mit der Arzneimittelpreisbildung im Spannungsfeld zwischen Patientennutzen und marktwirtschaftlich orientierter Unternehmenskultur auseinander gesetzt hat.

Quelle: Ärztekammer Niedersachsen


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